ARD-alpha - Vom Ahorn bis zur Zwiebel


6

Vom Ahorn bis zur Zwiebel Die Weißbirke

Der weiße Stamm verrät schon von Weitem: Hier steht eine Birke. Doch die weiße Rinde ist längst nicht das einzige Besondere an diesen Baum. Unser Baum-Porträt verrät spannende Details - in Text, Bild und Video.

Stand: 19.10.2009

Birke | Bild: picture-alliance/dpa

Der weiße Stamm verrät schon von Weitem: Hier steht eine Birke. Doch die weiße Rinde ist längst nicht das einzige Besondere an diesen Baum. Unser Baum-Porträt verrät spannende Details. Weltweit gibt es 48 verschiedene Birkenarten, die hauptsächlich auf der nördlichen Erdhalbkugel wachsen. In Deutschland kommen vier Arten vor. Eine der häufigsten ist die Weißbirke, die auch Hängebirke oder Sandbirke genannt wird. In manchen Gegenden wird sie auch als Warzenbirke bezeichnet, denn an ihren Trieben hat sie kleine warzenförmige Drüsen. Die Weißbirke ist äußerst anspruchslos und besiedelt als Pionierpflanze natürlicherweise Kahlflächen. Sie kommt auch mit extremen Standorten wie trockener Heide oder sumpfigem Moor gut zurecht.

Ein allseits gefragter Baum

Die Birke treibt im Frühjahr als eine der ersten heimischen Bäume die Blätter aus und gilt daher als Sinnbild des Lebens. So werden Maibäume traditionell aus Birkenstämmen gefertigt. Aber auch in ganz anderer Hinsicht ist die Birke gefragt: Birkenholz ist unter heimischen Hölzern das wertvollste Brennholz, denn es hat den höchsten Heizwert. Doch eigentlich ist es zum Verheizen zu schade - Birkenholz wird auch vielfach im Möbelbau verwendet.

Mehr als nur Holz …

Besondere Inhaltsstoffe der Birke sind einerseits das Betulin - es verleiht der Rinde die weiße Farbe - und andererseits der Birkenteer. Schon die Gallier kochten den pechartigen Stoff aus der Rinde heraus und verwendeten ihn als Wagenschmiere oder zum Abdichten von Fässern und Booten.

Steckbrief: die Weißbirke

  • Botanischer Name: Betula pendula
  • Wuchsform: schlanker, langer Stamm mit hochgewölbter, kegelförmiger Krone
  • Rinde: weiß; jung: glatt und abblätternd, alt: tief gefurcht, teilweise schwarz
  • Blatt: rautenförmig bis dreieckig, bis zu sechs Zentimeter lang, dunkelgrüne Blattoberseite, Unterseite heller; gesägter Blattrand
  • Blütezeit: kurz vor dem Blattaustrieb von April bis Mai
  • Blüte: jeder Baum hat männliche und weibliche Blüten (= einhäusig); bis zehn Zentimeter lange Kätzchen, bestehend aus unzähligen Einzelblüten
  • Bestäubung: durch den Wind
  • Frucht: dicht gepackte Sammelfrucht aus Fruchtschuppen mit jeweils drei Samen
  • Wurzel: Herzwurzelsystem
  • Ansprüche: gering; anspruchslose Pionierpflanze, die sowohl auf trockenen als auch feuchten Standorten wächst
  • Besondere Inhaltsstoffe: Betulin und Birkenteer

6