ARD-alpha - Vom Ahorn bis zur Zwiebel


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Vom Ahorn bis zur Zwiebel Die Weinrebe

Schon die alten Ägypter kultivierten Weinreben. Bis heute ist Wein buchstäblich "in aller Munde". Doch die Pflanze selbst kennt man in der Regel kaum. Oder wissen Sie beispielsweise, wie die Blüte der Weinrebe aussieht? Ein Pflanzenporträt - in Text, Bild und Video.

Stand: 16.01.2010 | Archiv

Weinrebe | Bild: BR

Ursprünglich wuchsen Weinreben wild auf Bäumen. Sie rankten dem Licht entgegen und breiteten ihre lianenartigen Triebe über den Baumkronen aus. Doch schon vor 5.000 Jahren - so weit lässt sich Geschichte der Kulturweinrebe zurück verfolgen - erkannten die alten Ägypter, dass man diese wilde Rebe mit ihren wenigen, kleinen, sauren Beeren nutzen kann: Sie kultivierten und züchteten die Pflanze, und ernteten später viele große, süße Trauben.

Attraktive Kletterpflanze

Der wilde Wein erfreut sich heute noch großer Beliebtheit als Kletterpflanze an Hauswänden und Mauern. Besonders im Herbst, wenn sich seine Blätter tiefrot verfärben, ist er ein attraktiver Blickfang. Vom kultivierten Wein gibt es derzeit weltweit etwa 2.500 verschiedene Weinreben, die zur Produktion zugelassen sind. In Deutschland sind es etwa 50.

Von der Traube zum edlen Tropfen

Nach der Ernte wird aus der reifen Traube ein edler Tropfen: Zunächst werden die Trauben von den Stielen getrennt. Die daraus entstehende Maische wird anschließend gepresst. Die ausgepressten Rückstände - Trester oder Treber genannt - können zu Tresterbrand verarbeitet werden, bei uns vielfach als Grappa bekannt. Aus dem Traubensaft wird durch die anschließende alkoholische Gärung Wein.

Kleine Laus mit großer Wirkung

Im 19. Jahrhundert war der Weinbau durch die Reblaus stark gefährdet. Sie wurde aus Nordamerika eingeschleppt. Deshalb dürfen in Europa heute nur noch aufgepfropfte Weinreben angebaut werden: Auf einer reblausresistenten amerikanischen Basis wird die eigentliche europäische Sorte aufgepfropft.

Die Weinrebe - Steckbrief:

  • Wuchsform: verholzte Rebstöcke, aus denen Triebe wachsen; mit Sprossranken klettern sie.
  • Blätter: drei- bis fünfzählig buchtig gelappt
  • Blütezeit: zwischen Mai und Juni
  • Blüte: Rispe aus mehreren zwittrigen Einzelblüten
  • Frucht: Beere in hängendem Fruchtstand, darin längliche, birnenförmige Samen; weiße und rote Sorten
  • Fruchtreife: etwa ab September

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