ARD-alpha - Vom Ahorn bis zur Zwiebel


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Vom Ahorn bis zur Zwiebel Der Raps

Seine Blüten tauchen ganze Landschaften in Gelb. Und diese gelben Landschaften werden immer mehr. Warum eigentlich? Und wie sieht eine Rapspflanze aus der Nähe betrachtet aus? Ein Pflanzenporträt - in Text, Bild und Video.

Stand: 10.10.2009

Rapsblüte vor Rapsfeld | Bild: colourbox.com

Als Nahrungsmittel erlebte der Raps Mitte der 80er-Jahre seinen Durchbruch. Damals gelang es, die Pflanze mittels genetischer Manipulation von der bitteren Erucasäure und dem giftigen Glucosinolat zu befreien. Die Sorte, die wegen des fehlenden Anteils der beiden Inhaltsstoffe "DoppelNull-Raps" genannt wird, dient zur Herstellung von Speiseöl.

Zwiespältig: Rapsanbau in großem Stil

Heute ist der Raps eine der häufigsten Nutzpflanzen in Deutschland. Er wird großflächig angebaut - nicht aus ernährungswirtschaftlichem Nutzen sondern wegen seinem hohen Gehalt an nutzbaren Ölen. Sie werden als Zusatzstoff zur Herstellung von Gummiwaren oder Schmierölen verwendet. Doch der intensive Rapsanbau in Deutschland hat heute hauptsächlich ein Ziel: umweltfreundlichen, nachwachsenden Treibstoff zu gewinnen. Denn aus Raps kann Rapsmethylester hergestellt werden, sogenannter Bio-Diesel. Allerdings ist - wie man inzwischen weiß - seine CO2-Bilanz fast noch schlechter als die jeglichen anderen Treibstoffs. Und der Anbau in Monokultur schädigt langfristig Grundwasser und Böden.

Der Raps:

  • Familie: Kreuzblütler (wie Senf und Kohl)
  • Wuchshöhe: bis 140 Zentimeter
  • Blüte: April bis Juni
  • Blüten: zwittrig, also mit sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtsorganen; aufrechte, lockere Traube aus vielen gelben Einzelblüten
  • Einzelblüte: aus vier kreuzweise stehenden Blütenblättern und vier kreuzweise stehenden grünen Kelchblättern
  • Frucht: Schote; eine Kapsel aus zwei Fruchtblättern, darin etwa 15 kugelige Samen

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