ARD-alpha - Vom Ahorn bis zur Zwiebel


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Vom Ahorn bis zur Zwiebel Der Farn

Der Farn ist ein erdgeschichtliches Relikt. Und so alt er ist, so spannend ist er auch: Seine Biologie ist so außergewöhnlich, dass man ihn mit keiner anderen Pflanze vergleichen kann. Wir stellen die Geheimnisse des Farnes vor.

Stand: 02.05.2009

Farn | Bild: BR

Beim Waldspaziergang sind sie fast allgegenwärtig: Farne. Doch kaum jemand weiß Näheres über diese geheimnisvollen Pflanzen. Vielleicht sind Ihnen schon einmal die eingerollten jungen Blätter aufgefallen, die sich beim Wachsen nach und nach entrollen? Das ist nur eine von vielen Besonderheiten des Farns.

Ein erdgeschichtliches Relikt

Farne gehören zu den ältesten Pflanzen unserer Erde. Vor etwa 360 Millionen Jahren, im Zeitalter des Karbon, wuchsen sie als riesige Baumfarne und bildeten ganze Wälder. Farnpflanzen stellen den Übergang vom Wasser- zum Landleben dar. Sie zählen mit Moosen und Schachtelhalmgewächsen zu den ersten Pflanzen, die das Wasser verließen und das Land besiedelten.

Das Geheimnis der Sporen

Farnpflanzen sind deshalb so besonders, weil sie nicht zur Gruppe der Samenpflanzen gehören, zu der die meisten unserer Pflanzen gehören. Farne bilden keinen Samen, sie vermehren sich mit Hilfe von Sporen, daher auch ihre Zugehörigkeit zur Gruppe der Gefäßsporenpflanzen. Während Samen, wenn sie in den Boden gelangen, direkt auskeimen, funktioniert die Vermehrung durch Sporen ganz anders: Die Sporen gelangen in den Boden, daraus wächst ein Vorkeim. In diesem Vorkeim findet die eigentliche Befruchtung der Eizellen mit Spermatozoiden statt. Erst dann wächst aus der befruchteten Eizelle ein Keimling, der zum Farn heranwächst.

In Mitteleuropa gibt es etwa 200 Farn-Arten. Eine der häufigsten bei uns ist der Adlerfarn:

Farne - zum Beispiel der Adlerfarn - Steckbrief

  • Höhe: bis etwa zwei Meter
  • Standort: feucht und schattig
  • Blatt: große, gefiederte Blattwedel
  • Besonderheiten der Blätter: Junge Blätter sind eingerollt. Ältere Blätter haben Sporenbehälter (=Sori) auf der Blattunterseite und zuckerhaltigen Saft produzierende Nektarien an den Blatträndern
  • Blüten: keine
  • Wurzeln: keine; stattdessen sogenannte Rhizome als unterirdische Speicherorgane
  • Fortpflanzung: Aus Sporen wächst der Vorkeim (=Prothallium), darin werden die Eizellen von Spermatozoen befruchtet, daraus wächst der Keimling
  • Sporenreifezeit: zwischen Juli und Oktober

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