ARD-alpha - Vom Ahorn bis zur Zwiebel


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Vom Ahorn bis zur Zwiebel Die Ulme

Sie gehören zu unseren stattlichsten Laubbäumen: die Ulmen. Und gleichzeitig sind sie unter den Bäumen unsere größten "Sorgenkinder": Ein Pilz verursacht ein flächendeckendes Ulmensterben, die Bäume drohen für immer zu verschwinden. Ein Baumporträt - in Text, Bild und Video.

Stand: 19.10.2009

Ulme | Bild: BR

Es gibt bei uns drei verschiedene Arten dieses sommergrünen Laubbaums: die Bergulme, die Feldulme und die Flatterulme. Feldulmen werden bis zu 40 Meter hoch und 400 Jahre alt. Stammdurchmesser von bis zu drei Metern sind keine Seltenheit. Früher standen traditionell alte Ulmen als Dorf- oder Gerichtsulmen im Mittelpunkt vieler Siedlungen. Doch in naher Zukunft  werden diese Baumdenkmäler nur noch auf Fotografien zu sehen sein - der Grund: das Ulmensterben.

Bildergalerie: Berg-, Feld- und Flatterulme

Eine Tragödie: das Ulmensterben

Schon im Tertiär gab es Ulmen, doch jetzt droht ihr Ende. Viele alte Ulmen, besonders Bergulmen, erliegen dem Ulmensterben. Der Grund dafür ist ein Pilz, der im Jahr 1918 aus Asien eingeschleppt wurde. Er verursacht in den Gefäßen der Ulme Verstopfungen, wodurch die Wasserversorgung unterbrochen wird. Daraufhin werden zunächst die Blätter welk, später sterben die Äste und dann der ganze Baum. Das Ulmensterben hat schon so weit um sich gegriffen, dass die Gefahr besteht, dass die mitteleuropäischen Ulmenarten aussterben. Eine Rettungsmöglichkeit für die Ulmen wurde bisher nicht gefunden.

Unterscheidungsmerkmale der drei Ulmenarten
ArtBlatt-
stiel
Blatt-
spitze
Blüten-
stiel
FruchtBesonderes
FeldulmekeineinekeinerSamen außerhalb des Flügel-Mittelpunktesflügelartig verwachsene Äste, sogenannte Korkleisten
BergulmekurzmehrerekurzSamen in der Mitte des Flügels
Flatterulmelangeinelangmit feinen Härchen entlang des Flügelrandes

Steckbrief: die Ulme

Ulme

  • Wuchshöhe: je nach Art bis zu 40 Meter hoch
  • Alter: Feldulmen bis zu 400 Jahre
  • Vorkommen: auf nährstoffreichen Böden in Auen und Flusstälern
  • Rinde: jung glatt, im Alter braun-grau mit langen, tiefen Furchen
  • Blätter: asymmetrische Herzform (bei allen Ulmenarten)
  • Blüten: zwittrig, also mit männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen; in Büscheln aus vielen Einzelblüten
  • Blütezeit: Feldulme März bis April, lange vor Blattaustrieb
  • Bestäubung: durch Wind
  • Fruchtreife: Mai bis Juni
  • Frucht: Nuss umgeben von rundem Flügel

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