ARD-alpha - Vom Ahorn bis zur Zwiebel


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Getreide Gerste, Weizen, Roggen

Sei es als Brot, Müsli, Kuchen oder im Bier- praktisch täglich nehmen wir es zu uns: Getreide. Doch was wissen wir über die Pflanze? Was kann man entdecken, wenn man eine Getreide-Ähre genauer unter die Lupe nimmt? Ein Porträt unserer wichtigsten Getreidesorten - auch als Video.

Stand: 06.07.2018

Gerste | Bild: picture-alliance/dpa

Getreide gehört zur Familie der Süßgräser. Neben Weizen, Hafer, Roggen oder Gerste gehören dazu auch Hirse, Reis und Mais. Die bei uns angebauten Getreidearten und -sorten sind Zuchtformen von Süßgräser.

Der Siegeszug  des Getreides

In der Jungsteinzeit kamen die ersten Getreidepflanzen mit Siedlern aus dem Nahen Osten nach Mitteleuropa. Archäologische Ausgrabungen entlang der Donau und Elbe belegen dies. Die älteste Getreideart ist die Gerste, gefolgt vom Weizen. Die frühesten Weizenfunde stammen aus der Zeit zwischen 7800 und 5200 vor Christus. Seitdem hat das Getreide einen wahren Siegeszug erlebt. Seit Jahrtausenden ist Getreide eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel für den Menschen. Bis in die 1960er-Jahre war Roggenmehl beliebter als das weiße Weizenmehl. Heute wird Weizen in mehr als 80 Ländern angebaut und deckt rund zwanzig Prozent des Kalorienbedarfs der Weltbevölkerung.

Unsere Getreidesorten

Die bei uns häufigsten Getreidesorten sind Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Hafer unterscheidet sich von den drei erst genannten Sorten deutlich: Die Körner sitzen nicht an einer Ähre sondern an einer Rispe. Die Unterscheidungsmerkmale für Weizen, Roggen und Gerste sind im Wesentlichen:

  • das Vorhandensein beziehungsweise die Länge der Grannen
  • die Art, wie der Blattansatz, die sogenannte Ligula, den Halm umfasst
  • ob die Körner mit den Spelzen verwachsen sind oder nicht

Weizen - Merkmale:

  • Grannen: meist keine
  • Körner und Spelzen: Körner sind nicht mit den Spelzen verwachsen, sie lösen sich leicht aus den umgebenden Spelzen (wie auch bei Roggen)
  • Verwendung: für Mehl, Bier, Whisky

Roggen - Merkmale:

  • Grannen: mittellang
  • Blattansatz am Halm: Ligula reicht nicht ganz um den Halm
  • Körner und Spelzen: Körner lösen sich leicht aus den umgebenden Spelzen (wie auch bei Weizen)
  • Verwendung: Brotgetreide, Wodka, Korn

Gerste - Merkmale:

  • Grannen: meist lang, etwa 15 Zentimeter
  • Blattansatz am Halm: Ligula reicht ganz um den Halm
  • Körner und Spelzen: Körner sind mit den Spelzen verwachsen
  • Verwendung: Sommergerste für die Herstellung von Malz für die Bierbrauerei; Wintergerste als Futterpflanze für Tiere

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