ARD-alpha - Schulfernsehen


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Weekend Stories William's Story

Blöd, wenn man erstens ein Junge, zweitens 14 und drittens von seiner Oma dazu verdonnert ist, auf ein Mädchen aufzupassen! Erst hat William null Bock, den Babysitter zu spielen. Aber dann merkt er, dass Lisa gar nicht so übel ist ...

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Barbara Derkow und Allen Woppert

Stand: 30.11.2012

Symbolbild: Ein Herz mit einem Pfeil in einen Baum geritzt | Bild: colourbox.com

Im Wilden Osten des Vereinigten Königreichs

Wales gehört zwar seit fast 500 Jahren zum Vereinigten Königreich, hat sich aber einen ganz eigenen Charakter bewahrt. Noch immer sprechen viele Waliser außer Englisch auch Walisisch, eine alte, keltische Sprache, die mit dem Bretonischen und Kornischen verwandt ist. Seit 1993 sind Englisch und Walisisch offiziell gleichgestellt, weshalb Straßen- und Ortsschilder zweisprachig beschriftet sind. Das Gebot der Zweisprachigkeit gilt natürlich ebenso für amtliche Dokumente und Verlautbarungen sowie für den Schulunterricht.

Zwischen Normalität und Folklore

Als waschechter Waliser versteht auch William, der 14-jährige Held unserer Wochenendgeschichte, Walisisch. Doch für ihn und seine Altersgenossen hat das Walisische schon einen deutlichen Einschlag von Folklore. Wie die meisten seiner Landsleute spricht und schreibt er im Alltag natürlich Englisch, das er außerdem weitaus besser beherrscht.

Omas Bed & Breakfast

Doch an diesem Wochenende kann er paar Brocken Walisisch gut gebrauchen. Er besucht nämlich seine Großmutter, die in Llandudno ein "Bed and Breakfast" betreibt. Und weil die Gäste dankbar sind, wenn sie neben der großartigen Landschaft auch einen Schuss sprachliches Lokalkolorit mitnehmen können, werden sie von William selbstverständlich auf Walisisch begrüßt.

Ich bin doch kein Kindergärtner!

Normalerweise ist William gerne bei seiner Großmutter. Kein Wunder. Llandudno ist das größte Seebad in Wales, liegt auf einer Halbinsel und hat wirklich einiges an Naturschönheiten und Tourismusattraktionen zu bieten. Zunächst einmal das Meer, dann die hoch aufragenden Landspitzen Great und Little Orme und eine weitberühmte Vergnügungsmeile. Außerdem kann William bei seiner Oma normalerweise tun und lassen, was er will. Normalerweise. Aber dieses Mal ist alles anders und so gar nicht nach seinem Geschmack. Er soll nämlich auf ein Mädchen aufpassen. Und dazu hat er absolut keine Lust.

Mädchen zicken doch nur rum, oder?

Nach vielem guten Zureden und einer überzeugenden Zuwendung in Form von 15 Pfund lässt sich William schließlich doch noch breit schlagen. Er wird sich, wenn auch schweren Herzens, um Lisa kümmern. Lisa ist 14, also genau so alt wie William, und logiert mit ihrer Mutter in der Pension seiner Oma. Weil ihre Mutter gerne allein unterwegs ist, kommt sich Lisa ziemlich abgestellt vor und hat entsprechend miese Laune. Das soll William jetzt ändern. Seine Großmutter möchte, dass er Lisa am Sonntag ausführt und aufheitert.

Herzensangelegenheiten

Der Ausflug läuft so ganz anders, als sich William das vorgestellt hat. Lisa ist alles andere als eine langweilige Zicke. Die beiden verstehen sich auf Anhieb glänzend, sind schon bald miteinander vertraut, die Zeit fliegt nur so dahin. Und am Ende eines viel zu schnell vergangenen, wunderschönen Tages hat sich die großmütterlich befohlene "Sonntagsbetreuung" in eine knisternde Liebesgeschichte zwischen zwei Teenagern verwandelt.


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