ARD-alpha - Schulfernsehen


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total phänomenal Kernkraft

Für die einen sind Kernkraftwerke die effizientesten Energieerzeuger schlechthin. Die anderen verdammen sie als gefährlichsten Irrweg der Menschheit und fordern das unwiderrufliche Ende der Atomwirtschaft. Aber wie funktioniert so ein nuklearer Meiler eigentlich, und was macht ihn so problematisch?

Von: Wolfgang Meindl, ein Film von Michael Hänel

Stand: 20.07.2012

Eine Reaktoranlage von oben | Bild: WDR/SWR

Am 11. März 2011 bebt der Seeboden vor Japan und löst einen Tsunami aus. Die gewaltige Wasserwalze überrollt die Küste und verwüstet zahlreiche Städte. Die Flutwelle trifft auch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Sie zerstört die Stromversorgung und auch jene Dieselgeneratoren, die die Kühlsysteme der Anlage im Notfall aufrecht erhalten sollen. Da sämtliche Kühlpumpen ausfallen, überhitzen die Reaktoren. Es kommt zu mehreren Explosionen und in drei Reaktorblöcken zur Kernschmelze. Die Detonationen setzen große Mengen an radioaktivem Material frei. An die 100.000 Menschen müssen evakuiert werden, Luft, Wasser, Böden und Nahrungsmittel sind radioaktiv verseucht. Die Aufräumarbeiten und die Dekontamination werden noch Jahrzehnte dauern, die Folgeschäden sind nicht abzuschätzen.

Fukushima ist kein Einzelfall

Das nukleare Desaster löst einen weltweiten Schock aus. Erinnerungen an die Katastrophen von Tschernobyl am 26. April 1986 und die Kernschmelze im Reaktor des amerikanischen Kraftwerks Three Mile Island am 28. März 1979 werden wach. Rund um den Erdball protestieren Menschen gegen die bagatellisierte Gefahr der Kernenergie und fordern ein sofortiges Ende der Nuklearwirtschaft.

Der Atomausstieg bis 2022 ist beschlossene Sache

Auch in Deutschland führt das Debakel von Fukushima zu einer radikalen Wende der Energiepolitik. Unter dem Druck der Ereignisse sowie der Massenproteste ordnet die Bundesregierung am 6. Juni 2011 die sofortige Stilllegung der acht ältesten Kernkraftwerke an und verkündet darüber hinaus den stufenweisen Atomausstieg bis 2022. Am 30. Juni beschließt der Bundestag das "13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes". Es regelt die Beendigung der Kernenergienutzung und die Beschleunigung der Energiewende.

Was passiert in einem Reaktor, was macht ihn gefährlich?

Noch aber ist es nicht soweit. Derzeit sind in Deutschland neun kommerziell genutzte Kernkraftwerksblöcke am Netz und acht weitere Forschungsreaktoren in Betrieb. Wir erläutern die grundlegenden Mechanismen der Kernspaltung, zeigen die Funktion eines Druckwasserreaktors und erklären, was den Umgang mit dem Spaltstoff Uran und seinen Hinterlassenschaften so gefährlich macht.


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