ARD-alpha - Schulfernsehen


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Blum & Blümchen (1) Ein Topfleben

Topfpflanzen – das klingt irgendwie bieder und langweilig. Aber nur, wenn man das Staunen schon lange verlernt hat. Für alle Neugierigen fangen am Topfrand spannende Reisen an. Zum Beispiel in die Usambara-Berge im Südosten Tansanias. Oder in die Fleisch fressenden Fänge der Venusfliegenfalle.

Von: Udo Hampl & Beate Brustmann, ein Film von Sine Maier-Bode

Stand: 27.01.2012

Venusfliegenfalle | Bild: colourbox.com

Das Usambaraveilchen, eine ursprünglich aus Afrika stammende Pflanze, wird heute in großen Stückzahlen in Europa gezüchtet. Dies geschieht auf zweierlei Arten. Einmal durch ungeschlechtliche Vermehrung, wobei aus großen Blättern einer Mutterpflanze identische Nachkommen gezüchtet werden.

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Sollen sich die neuen Usambaraveilchen in Form und / oder Farbe von den Ausgangsformen unterscheiden, dann müssen sich die Pflanzen geschlechtlich fortpflanzen. In Zuchtbetrieben überträgt man dazu mit Hilfe eines feinen Pinsels Blütenstaub (Pollen) der einen Pflanze auf den Stempel der anderen. Die sich nach etwa sechs Wochen entwickelnden Samenkörner werden ausgesät. Daraus entwickeln sich bei richtiger Haltung neue Usambaraveilchen.

Die Venusfliegenfalle ist eine der wenigen Pflanzen, auf deren Speiseplan neben Licht und Wasser auch "Tiere" stehen. Mit Hilfe ihrer Fallen fängt sie Spinnen, Asseln und Insekten, allerdings nur dann, wenn die Tiere einen der Fühler zweimal kurz hinter einander berühren. Drei dieser Fühler sitzen auf jedem der beiden Greifblätter.

Auf Fleischfang geht die Venusfliegenfalle, um ihre Nahrung zu ergänzen. Sie lebt auf nährsalzarmen Böden und bezieht die fehlenden Ergänzungsstoffe aus verdauten Körpern der erbeuteten Tiere. Bekannte Fleischfresser unter den Pflanzen sind außerdem Schlauchpflanzen und der Sonnentau. Sie alle brauchen viel Licht, zudem sollte man sie möglichst mit destilliertem Wasser gießen.

Aber welche Kennzeichen charakterisieren Pflanzen eigentlich als Lebenwesen? Da gibt einige: Allen Pflanzen gemeinsam ist der jeweils unterschiedliche Bedarf an Licht und Wasser. Zudem brauchen sie bestimmte Nährsalze, die sie über das Wasser aus dem Boden aufnehmen müssen. Ein weiteres wichtiges Kennzeichen des Lebens ist die Fortpflanzung, etwa durch ungeschlechtliche Vermehrung mit Ablegern oder durch geschlechtliche Art mithilfe des Blütenstaubs.

Wie alle Lebewesen können Pflanzen auch atmen. Sie nehmen das von uns ausgeatmete Kohlenstoffdioxid auf und geben Sauerstoff ab, den wir für unsere Atmung brauchen. Dadurch entsteht ein Kreislauf.

Ein weiteres Lebenskennzeichen ist die Bewegung. Auch hier Pflanzen mithalten, wenn sie ihre Blüten öffnen und schließen. Sehr deutlich bewegen sich beispielsweise Mimosen. Bei ihnen kann man mit bloßem Auge die Reaktion der Blättchen und der Zweige auf Berührung und Wärme beobachten. Der Trick: Die Blätter besitzen eine Art Wasserblase, die sie bei Berührung platzen lassen. Das Blatt klappt dann ganz einfach zusammen.


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