ARD-alpha - Schulfernsehen


5

Mit Tieren arbeiten, mit Tieren leben Chamäleons

Chamäleons sind Einzelgänger, Gemeinschaft verabscheuen sie. Sie können ihre Farbe wechseln, verfügen über Rundumblick und fangen Beute zielsicher mit ihrer Schleuderzunge. Wir tauchen ein in die Welt der drachenähnlichen Schuppentiere.

Stand: 21.02.2013

Ein Chamäleon sitzt auf einem Ast | Bild: colourbox.com

Tarnen und Täuschen ist ihr Spezialgebiet. Chamäleons sind bekannt für ihre Fähigkeit, die Körperfärbung der Umgebung, meist Bäume und Büsche, anzupassen. Das Farbenspiel der urtümlichen Echsen, das durch ein Zusammenwirken von Farbzellen mit dem Pigment Melanin entsteht, kann nicht nur durch Jagdtrieb, sondern auch durch Stimmungen wie Angst, Hunger oder Aggression beeinflusst werden.

Erst wird die Beute fixiert, dann kommt der Zungenschuss

Die beiden unabhängig voneinander sehenden Augen nehmen die Beute, vornehmlich Insekten, ins Visier, ohne dass das Tier seinen Kopf bewegt. Chamäleons haben einen Rundumblick. Hat ein Auge etwas Interessantes erspäht, dann schaut auch das zweite Auge darauf. Handelt es sich um Fressbares, bewegt sich das Tier nahezu gemächlich darauf zu, um dann - im genau richtigen Abstand - seine Zunge auf die Beute zu schleudern. Die beiden blattförmigen Lappen am Zungenende ergreifen Ameisen, Fliegen etc. mit erstaunlicher Präzision.

Wie funktioniert das "Waffensystem"?

An der Tübinger Augenklinik gingen Wissenschaftler der Frage nach, ob ein Chamäleon nur dann trifft, wenn es vorher das Ziel mit beiden Augen fixiert hat. Dazu machte man ein Reptil mithilfe einer Augenklappe einäugig. Das Ergebnis: Die "kleinen Saurier" treffen auch mit Handicap die Beute sehr zielsicher. Beide Augensignale werden demnach im Gehirn getrennt ausgewertet.

Das Chamäleonauge funktioniert, im Gegensatz zu allen anderen Wirbeltieraugen, wie ein Teleobjektiv, da es keine Sammellinse, sondern eine Streulinse besitzt. Dadurch sieht es kleine Gegenstände immer vergrößert und scharf abgebildet. Zudem kann das Gehirn die richtige Entfernung zur Beute bestimmen.


5