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Geschichte Südafrikas (1) Die Entstehung der Kapkolonie

An der Südspitze des afrikanischen Kontinents gründen Niederländer 1652 eine Versorgungsbasis für Ostindienfahrer. Aus dem Stützpunkt entwickelt sich rasch eine Siedlerkolonie. Die San ("Buschmänner"), die Khoi ("Hottentotten") und die schwarzen Völker Südafrikas geraten bald in Bedrängnis.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Judith Völker & Christel Fomm

Stand: 07.09.2012

Symbolisch: Historische Segelschiffe | Bild: picture-alliance/dpa

Die San ("Buschmänner"), die Khoi ("Hottentotten") und schwarze Bantu-Völker leben als Jäger und Sammler, als Viehzüchter und als Hirten-Hackbauern im Süden Afrikas, als am 6. April 1652 die Landnahme der Weißen beginnt. Im Auftrag der Vereinigten Ostindischen Compagnie (VOC) landet Jan van Riebeeck mit 90 Männern, Frauen und Kindern am Kap der Guten Hoffnung und legt einen Stützpunkt an. Hier sollen Ostindienfahrer künftig mit Wasser und frischen Lebensmitteln versorgt werden. Hinter der mit weit reichenden Befugnissen ausgestatteten VOC stehen die niederländischen Kaufmannseliten.

Konflikte zwischen Ureinwohnern und europäischen Siedlern

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Der Kontakt der Ankömmlinge zu den Ureinwohnern verläuft zunächst friedlich. Man tauscht Kupfer und Tabak gegen Rinder und Schafe. Doch allein durch Handel mit den Vieh züchtenden Khoi kann die Versorgungsstation Riebeecks ihre Aufgabe nicht erfüllen. So werden weitere weiße Siedler geholt und Farmen gegründet. Die Khoi leisten Widerstand, 1659 kommt es zu ersten Kämpfen. Schließlich werden die "Kapmänner" besiegt. Sie müssen ihr Land verlassen oder sich bei den Siedlern als Landarbeiter, Viehhirten oder Hausbedienstete verdingen.

Viehzüchter auf der Suche nach Weideland

Die Kapkolonie boomt, es herrscht Mangel an Arbeitskräften, die Sklaverei wird eingeführt. Ausgedehnte Expeditionen ins Landesinnere sichern weißen Viehzüchtern ab 1700 immer mehr fruchtbares Land. Die Trekboeren, die als Halbnomaden leben, entfesseln einen gnadenlosen Feldzug gegen die San, die sie des Viehdiebstahls verdächtigen. Berittene Kommandos machen Jagd auf die "Buschmänner". In den 1770er-Jahren stoßen die Trekboeren auf die zu den Bantu zählenden kriegerischen Xhosa, die sich in mehreren "Kaffernkriegen" gegen die Landnahme wehren. 1795 besetzen britische Truppen das Kap, ein neues Kapitel der Geschichte Südafrikas beginnt.


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