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Geschichte Südafrikas (3) Vom Apartheidstaat zum neuen Südafrika

Mit einer Fülle von Gesetzen verwirklichen südafrikanische Regierungen zwischen 1948 und 1989 die Apartheidpolitik. Ziel ist die radikale Trennung der Rassen und die Aufrechterhaltung der weißen Vorherrschaft.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Christel Fomm & Judith Völker

Stand: 21.09.2012

Eine Statue von Nelson Mandela in Südafrika  | Bild: picture-alliance/dpa

Südafrika wird unabhängig

1910 entsteht die Südafrikanische Union, Buren und Briten versöhnen sich. Die großen Verlierer im Kampf um Land und Macht sind die Schwarzen. Das Wahlrecht wird ihnen vorenthalten, man drängt sie in Reservate und beutet sie in den Bergwerken als billige Arbeitskräfte aus. Der African National Congress (ANC) beginnt seinen - zunächst gewaltlosen - Widerstand.

Apartheid - die Trennung der Rassen

Schilder der Apartheidsregierung | Bild: picture-alliance/dpa

In den 1930er- und 40er Jahren sympathisieren viele Buren mit den italienischen Faschisten und den deutschen Nationalsozialisten. Die Stimmung im Land verschärft sich. Die Parlamentswahlen im Mai 1948 gewinnt die rechte National Party. Der neue Premierminister Daniel Malan erklärt: "Südafrika ist wieder unser, gebe Gott, dass es immer unser bleibe". Systematisch erbaut Malan den Apartheidstaat. Gesetze regeln die strikte Trennung von Schwarzen, Farbigen und Weißen in allen Lebensbereichen. Der ANC reagiert mit Massenprotesten und Aktionen zivilen Ungehorsams.

Der Schock von Sharpeville

Als die Polizei 1960 eine friedliche Demonstration von Schwarzen im Township Sharpeville brutal auflöst, sterben 69 Menschen. Nun kommt es zu Unruhen im ganzen Land. Teile des 1960 offiziell verbotenen ANC entschließen sich zum bewaffneten Kampf. Im Juli 1963 lässt die Regierung die Führung des ANC verhaften. Nelson Mandela und andere Anti-Apartheid-Aktivisten werden zu hohen Haftstrafen verurteilt und auf die Gefängnisinsel Robben Island verschleppt.

Das Ende der weißen Vorherrschaft

Durch den permanenten Rassenkrieg isoliert sich Südafrika international, das Apartheidregime gerät in wirtschaftliche Bedrängnis. 1989 leitet Staatspräsident Frederik Willem de Klerk die Öffnung des Regimes ein. 1990 wird Mandela freigelassen und vier Jahre später bei den ersten freien Wahlen zum Präsidenten Südafrikas gewählt. Ein schmerzhafter Prozess der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Versöhnung beginnt.


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