ARD-alpha - Schulfernsehen


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Mehr als 1.000 Worte Was unsere Stimme verrät

Sie knarrt, dröhnt, säuselt, flüstert, schmettert und schneidet - unsere Stimme ist ein hochkomplexes Instrument. Sie verschafft uns Gehör, transportiert Gefühle, verführt und verleiht uns Macht. Wir zeigen, wie die Tonproduktion funktioniert und suchen nach dem phonetischen Fingerabdruck.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Roger Zepp

Stand: 07.09.2012

Grafik von einer sprechenden Person | Bild: RBB

Wenn zwei dasselbe sagen, bedeutet es bei weitem nicht immer dasselbe. Denn Stimmfarbe, Sprachmelodie oder Atemtechnik variieren von Mensch zu Mensch, von Situation zu Situation. Mit dem Timbre unserer Stimme vermitteln wir oft mehr Inhalt als über Worte. Die Stimme prägt entscheidend, wie wir auf andere wirken, sie gibt viel über uns preis, kann Aushängeschild und Verräter sein. Stimme und Sprechweise informieren über unsere seelische Verfassung, über Emotionen, ja sogar über unseren Charakter.

Die Stimme lässt sich trainieren

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Doch während wir bei Kleidung oder Frisur die Wirkung auf andere sehr genau im Blick haben, benutzen wir diese wichtige Visitenkarte unserer Persönlichkeit im Alltag meist unbewusst. Dabei kann man die Stimme beispielsweise mithilfe von Rhetorikexperten ausbilden. Gute Redner vermitteln Autorität, sie wirken mit einer "schönen", tragfähigen Stimme sympathisch. Sie benutzen ihre Stimme als Werkzeug und können anderen, wenn sie wollen, den Blick in ihre Seele verwehren.

Auf dem Weg zur "guten" Stimme

Die Sendung stellt Menschen vor, die sich mit der Stimme auskennen: Mediziner, Stimmtherapeuten, Logopäden, Profisprecher. Sie zeigen, wie die Stimme funktioniert und wie man ihren Klang verbessert. Am Beispiel einer Kundenberaterin - sie arbeitet in einem typischen "Sprechberuf" - erfahren die Zuschauer, welche fatalen Auswirkungen Stimmstörungen haben können. Ein Arzt erläutert Heilungsmöglichkeiten, wenn Krankheit oder Verletzung die Ausdrucksfähigkeit der Stimme einschränken.

Zu Besuch bei der deutschen Stimme von George Clooney

Detlef Bierstedt kann mit seiner Stimme jonglieren. Der Schauspieler und Hörspielsprecher wurde durch seine Synchronisation des amerikanischen Frauenschwarms George Clooney bekannt. Er verrät, was eine Männerstimme "cool" macht. Und Linguisten der Universität Halle erklären, wo genau sich solche unterschwelligen Botschaften im Sprechklang unserer Stimme verstecken.

Der Imitator wagt den Praxistest

Jörg Knör kann auf eine über 30-jährige Karriere als Parodist zurückblicken. Er war die Stimme von Loriots Wum und Wendelin, er beherrscht sprachlich über 60 Charaktere. Im Film gibt er Einblick in seine Trickkiste, schildert, wie er mit den Lippen arbeitet, wie er das typische Udo-Lindenberg-Nuscheln erzeugt. Schließlich versucht Jörg Knör die Stimmerkennungsexperten des Landeskriminalamtes Brandenburg aufs Glatteis zu führen. Er will erfahren: Gibt es so etwas wie einen phonetischen Fingerabdruck?


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