ARD-alpha - Schulfernsehen


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Orte der Stille Von der Sehnsucht nach Rückzug

Immer schneller, lauter, hektischer. Unser Alltag lässt wenig Raum zum Innehalten. Doch Zeiten der Rast sind kostbar. Sie dienen der Selbstfindung. Wir zeigen Rückzugsorte und Menschen, die den Weg der inneren Stille suchen.

Von: V. Eklkofer & S. Demmelhuber, ein Film von Sarah Palmer

Stand: 24.05.2013

Menschen im Kloster Kirchberg bei einem Seminar | Bild: SWR

Es lohnt, in der Stille zu verweilen

Der Mensch ist zwar ein soziales Wesen, aber zum Menschsein gehört auch das Bedürfnis, von Zeit zu Zeit allein zu sein. Die meisten unterscheiden zwischen Einsamkeit, die mit dem Gefühl der Verlassenheit einhergeht, und Alleinsein, das oft als bewusste Eroberung von Freiraum empfunden wird.

Alle großen Weltreligionen kennen den asketischen Heiligen, der sich in die Wüste begab, um die Nähe zum Schöpfer der Welt zu suchen. Der Rückzug von den Menschen diente der Klärung und der Wegfindung, letztlich auch der Selbsterkenntnis. Der Film handelt von Orten, die der Stille und dem Rückzug gewidmet sind, und von Menschen, die diesen Rückzug suchen.

Die Eremitage von Arlesheim - ein spirituelles Erlebnis

Die Eremitage ("Einsiedelei") von Arlesheim nahe des Schlosses Birseck liegt in der Schweiz, eingebettet in eine malerische Berglandschaft. In dem beeindruckenden Landschaftsgarten, der 1785 eröffnet wurde, laden verschlungene Wege, Felsformationen, Weiher und Höhlen mit raffiniert beleuchteten Gängen zum Herumspazieren ein.

Kloster Kirchberg - ein Ort, um sich zurückzuziehen

Seit 1958 ist das ehemalige Dominikanerinnenkloster Kirchberg das Einkehr- und Tagungszentrum der evangelischen Berneuchener Gemeinschaften. Kirchberg bietet seinen Gästen die Möglichkeit, geistliches Leben zu erfahren. Die Besucher können hier beten, singen, meditieren und haben die Möglichkeit, sich einmal ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Welcher Personenkreis sein Haus besucht, erläutert Dr. Peter Schwarz. Einer, der gern nach Kirchberg kommt, ist Michael Hensch. Für den Landschaftsarchitekten sind Orte wichtig, wo er "für sich" sein darf.

Favorite - das Lustschloss der frommen Büßerin

In der Emeritage bei ihrem Lustschloss suchte die Markgräfin von Baden-Bdaden die Nähe zu Gott.

Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, die 1707 im Alter von 32 Jahren Witwe wurde, ließ sich von dem Architekten Michael Ludwig Rohrer eine kleine Sommerresidenz, das Lustschloss Favorite in Rastatt errichten. Stille und die Nähe zu Gott suchte die Markgräfin in der Eremitage, einem Gebäude mit schlicht eingerichteten dunklen Räumen.

Leben als Eremit

Stille sucht auch Josef Albrecht, ein ehemaliger Koch. Mit dem Einverständnis der katholischen Kirche lebt er als Klausner in einer Einsiedelei und betreut die Loreto-Kapelle in Wolfegg. In der Sendung erzählt er, warum er sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat.

Orte der Stille

  • sind religiöse, aber auch weltliche Stätten, die eine gewisse Abgeschlossenheit von der Außenwelt ermöglichen;
  • sie tragen einem Bedürfnis nach Einkehr und Besinnung Rechnung;
  • sie schotten einen Menschen von aggressiven Informationen und Reizen ab;
  • sie leisten einen Beitrag zur Entschleunigung des Lebens;
  • sie ermöglichen es einem Menschen, zur Ruhe zu kommen und die Gedanken fließen zu lassen;
  • sie helfen dabei, sich zu sammeln, in sich zu gehen und sich selbst zu finden;
  • sie geben aber auch die Gelegenheit, Momente der Selbstvergessenheit zu erleben.

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