ARD-alpha - Schulfernsehen


10

Vom Untertan zum Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Graf Stauffenberg sympathisierte zunächst mit Hitler. Er schloss sich dem Widerstand an und bezahlte seinen Versuch, den Tyrannen zu beseitigen, mit dem Leben. Nach Jahren des Gezänks gilt Stauffenberg heute als Held.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Franz Deubzer

Stand: 13.07.2012

Claus Schenk Graf von Stauffenberg | Bild: picture-alliance/dpa

Am 20. Juli 1944 scheiterte der Versuch einer Gruppe von Offizieren um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Adolf Hitler zu töten. Der Diktator und sein NS-Regime überlebten, die blutigste Phase des Zweiten Weltkriegs begann. Nach dem 20. Juli 1944 starben auf beiden Seiten mehr Menschen als in den vier Kriegsjahren zuvor.

Die Sendung stellt den 1907 geborenen Grafen Stauffenberg vor, der als Sohn des letzten württembergischen Hofmarschalls in einem konservativen Milieu aufwuchs. Als junger Mann gehörten Stauffenberg und sein älterer Bruder Berthold dem elitären Kreis um den Dichter Stefan George an. 1926 trat Stauffenberg in die Reichswehr ein und wurde Offizier. Den Aufstieg der Nationalsozialisten und Hitlers "Machtergreifung" sah Stauffenberg als Chance für Deutschland. Hitler, glaubte er, könne das Land aus der Wirtschaftskrise führen und es politisch wieder einen.

Kontakt zum Widerstand

Als Generalstabsoffizier erlebte Stauffenberg, wie sich das "Dritte Reich" das Sudetenland einverleibte, er nahm an den Kriegen gegen Polen und Frankreich teil. Seine Liebe zum Vaterland, seine moralischen Ansichten und sein militärischer Sachverstand trieben ihn 1941/42 schließlich in den Widerstand.

Bis 1943 gehörte er dem Generalstab des Heeres an und begann Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen. Im Frühjahr 1943 wurde er nach Afrika versetzt und dort schwer verwundet; er verlor ein Auge, eine Hand und zwei Finger. Nach langem Lazarettaufenthalt erhielt Stauffenberg den Posten des Generalstabschefs beim Befehlshaber des Ersatzheeres.

Der Umsturz scheitert

Am 20. Juli 1944 übernahm Stauffenberg die Rolle des Attentäters. Der Bombenanschlag in Hitlers Besprechungsbaracke scheiterte. Der Diktator wurde nur leicht verletzt und konnte bereits wenige Stunden nach dem Attentat seinen Verbündeten, Italiens "Duce" Mussolini empfangen. Stauffenberg wurde erschossen. Das Regime nahm Rache an den Widerstandskämpfern und ihren Familien und führte den Krieg bis zum bitteren Ende weiter.


10