ARD-alpha - Schulfernsehen


9

Die Stadt im späten Mittelalter Gassen, Ghettos, Baubetrieb

Um die Feuergefahr einzudämmen, lassen die Ratsherren die Dächer mit Ziegeln eindecken. Allmählich löst der "moderne" Ziegelbau die alten Holzkonstruktionen ab. Das Gesicht der Stadt verändert sich rasant.

Von: Ch. Sepp, S. Demmelhuber & V. Eklkofer, ein Film von Kurt Schneider

Stand: 07.10.2012

Ein Brand in der Stadt wird gelöscht | Bild: BR/SWR

Dichte Bebauung mit engen Gassen

Holz, geflößt oder mit Pferden in die Stadt gebracht, und Lehm aus nahen Gruben waren die wichtigsten Baustoffe für die Errichtung von Fachwerkhäusern. Doch die Materialien fingen leicht Feuer. Brände vernichteten oft ganze Stadtviertel, denn sie waren dicht gebaut und verwinkelte Gassen erschwerten die Brandbekämpfung. Steinhäuser mit Ziegeldächern boten mehr Schutz. Leben und arbeiten war in den Häusern selten getrennt. Nur reiche Leute leisteten sich etwas mehr Privatsphäre.

Jüdische Gemeinden in der mittelalterlichen Stadt

Regelrecht isoliert im Gesellschaftsgefüge waren die Juden. Sie mussten oft im Ghetto leben und galten rechtlich als Menschen zweiter Klasse. Juden waren u. a. im Fern- und Luxusgüterhandel aktiv, betrieben Geldgeschäfte und trugen maßgeblich zur Entwicklung von Städten wie Mainz, Worms und Speyer bei. Der Zugang zu den Zünften war ihnen verwehrt.

Kirchen prägen das Stadtbild

Zum Zeichen der Hoheit des Christentums entstanden in den Städten Kirchen und Kathedralen. Die Bürger beteiligten sich am Bau der Gotteshäuser, so wie auch Kirchenfeste in aller Öffentlichkeit gefeiert wurden. Die Pfarrer der einzelnen Pfarrkirchen betreuten ihre Gemeinden, jede Pfarrei verfügte über einen eigenen Friedhof. An kirchlichen Feiertagen fanden stadtumspannende Prozessionen statt. Weniger fromm ging es in den städtischen Badehäusern zu. Hier gab man sich bei gutem Essen und Musik den Liebesdiensten der Prostituierten hin.


9