ARD-alpha - Schulfernsehen


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Die Stadt im späten Mittelalter (5) Frauen, Fortschritt, Vorurteile

Das Frauenbild im Spätmittelalter ist zwiespältig: Sie gelten als schwach, sündig, unselbständig. Kinder und Küche oder Kloster sind gängige Lebensperspektiven. Doch gleichzeitig brechen erstmals berufstätige Frauen mit tradierten Geschlechterrollen.

Von: Ch. Sepp, S. Demmelhuber & V. Eklkofer, ein Film von Kurt Schneider

Stand: 12.10.2012

Frauendarstellung im Mittelalter | Bild: WDR

Verschiedene Tätigkeitsbereiche der Frau

In der spätmittelalterlichen Stadt finden wir die Frau zumeist als Ehegattin, unverheiratet im Kloster oder aktiv im Beruf. Sie ist in fast jedem Handwerk anzutreffen, besonders häufig im Textilgewerbe. Hier arbeiten die Frauen meist als Gehilfinnen ihrer Männer und verkaufen deren Produkte. Durch Erbrecht, Verheiratung und erworbenen Besitz können Frauen in den Genuss des Bürgerrechts gelangen.

Die Frau steht unter Vormundschaft

Innerhalb der mittelalterlichen Männergesellschaft spielt die Frau - vor allem als Tochter und Ehegattin - eine untergeordnete Rolle. Mehr Freiheit erhalten Witwen, doch ihnen droht nach dem Tod des Ernährers oft Armut. Dennoch finden wir in den größeren Städten Aufsteigerinnen, weibliche Zunftmitglieder, Handwerksmeisterinnen. Dies darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten erwerbstätigen Frauen schlecht bezahlte Arbeiten verrichten.


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