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Reports in English Jewish Communities in England

Im 19. Jahrhundert präsentierte sich Großbritannien als tolerantes Land, bedrängte Juden aus dem russischen Zarenreich durften einwandern. Trotz des "Aliens Act" von 1905 fanden etliche Juden auf der Insel eine neue Heimat.

Von: Ein Film von Christiane Lelgemann u. a.

Stand: 20.01.2012

Synagoge | Bild: WDR

Im 19. Jahrhundert zeigte sich Großbritannien in Migrationsfragen erstaunlich tolerant. Juden, die vor Pogromen in Osteuropa flohen, profitierten davon. In großer Zahl strömten sie ins Land. 1858 wurde mit Lionel de Rothschild (1808-79) erstmals ein Jude ins Parlament gewählt. Er arbeitete eng mit Premier Benjamin Disraeli (1804-81) zusammen, der bereits in jungen Jahren zum Christentum konvertiert war.

Wenngleich manche Briten den Zustrom "mittelloser Ausländer" kritisierten, verstand sich England lange Zeit als Schutzhafen für Verfolgte und praktizierte eine "Politik der offenen Tür". Führende Politiker verteidigten das Prinzip der freien Einwanderung, dennoch wurde mit dem Alien Act (1905) die Zuwanderung eingeschränkt. Dieses Ausländergesetz kam auf Druck der konservativen Tories zustande. Britische Juden wählten daraufhin jahrzehntelang liberal oder sozialistisch.

In den 30er und 40er Jahren hätte Großbritannien wohl mehr unternehmen können, um Juden vor Verfolgung und dem Holocaust zu bewahren, aber etliche Juden, die aus Hitler-Deutschland flohen, fanden auf der Insel Zuflucht. Nicht wenige Einwanderer machten in Politik, Wirtschaft, Justiz, Wissenschaft und in den Medien Karriere. Heute leben über drei Viertel der etwa 270.000 Briten jüdischen Glaubens im Großraum London.


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