ARD-alpha - Schulfernsehen


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Reports in English Greyhound Racing

In nur 1,5 Sekunden laufen sie von 0 auf 80 km/h: Windhunde, die "Rennpferde des kleinen Mannes". Wir geben Einblick in eine außergewöhnliche Sportart, die in Großbritannien als Freizeitvergnügen der Arbeiterklasse gilt und nach wie vor wettbegeisterte Engländer in ihren Bann zieht.

Von: Ein Film von Christiane Lelgemann

Stand: 09.12.2011

Windhund | Bild: WDR

Wenn das an einer Schiene befestigte Plüschknäuel losschnellt, gibt es für die Greyhounds kein Halten mehr: Die schlanken, durchtrainierten Rassehunde jagen mit atemberaubender Geschwindigkeit dem Köder nach und am Ende wird ein Sieger bejubelt. Wettbegeisterte Briten lieben dieses Spektakel und besuchen regelmäßig eine Rennbahn.

Angeblich erfreuten sich bereits die ägyptischen Pharaonen am Anblick der Windhunde, die so lange lebende Tiere hetzten, bis ein Amerikaner im frühen 20. Jahrhundert Rennen mit Kunsthasen veranstaltete. Erste Bahnwettbewerbe fanden in Großbritannien Mitte der 20er Jahre statt und schnell entwickelte sich die "Sportart" zum Freizeitvergnügen der Arbeiterklasse. Der Eintritt kostete nicht viel und in den Stadien gab es sogar günstige Sitzplätze. Die Menschen konnten dem Glücksspiel frönen, ein paar Biere trinken und vom Reichtum träumen.

Die 50er und 60er Jahre waren die große Zeit der Windhundrennen. Allein in London gab es mehrere Arenen, in die regelmäßig zehntausende Besucher strömten. Dann begann allmählich das Rennbahnsterben. Zum einen wurde vermehrt in Wettbüros gezockt, zum anderen fanden die Proteste von Tierschützern Gehör. Sie prangerten das Einschläfern ausrangierter Greyhounds und den Verkauf an Forschungslabors an - und ramponierten den Ruf des Greyhound Racing nachhaltig. Heute gibt es nur mehr wenige Stadien, aber Rennen finden nach wie vor statt. Längst kann auch online gewettet werden.

Die Sendung zeigt, wie Windhunde zu Höchstleistungen gebracht werden, stellt eine Trainerin vor und zeigt Bilder der legendären Arena von Walthamstow in einem Vorort von London. "The Stow", ein Stadion mit jahrzehntelanger Renntradition, ist heute geschlossen.


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