ARD-alpha - Schulfernsehen


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Neue Heimat Deutschland Ausländer verzweifelt gesucht

Straßenkehrer, Putzfrau, Altenbetreuer: Solche Jobs werden hierzulande oft ganz überwiegend von Ausländern erledigt. Dabei ist die Bezahlung nicht selten so gering, dass die Dienstleister zum Leben einen Zweitjob brauchen.

Von: Ein Film von Friederike Kühn

Stand: 22.03.2013

Straßenkehrer in München | Bild: BR

Nach einer Münchner Studie arbeitet in der bayerischen Landeshauptstadt mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Ausländer im Dienstleistungssektor. Auch Flüchtlinge mit akademischen Abschlüssen müssen sich häufig mit fachfremder Niedriglohnarbeit begnügen. In manchen Berufen erteilen die Behörden Ausländern keine Arbeitserlaubnis, wenn der Markt bereits mit deutschen Bewerbern übersättigt ist.

Erst verfolgt, dann missachtet

Flüchtlinge stehen in Deutschland vor einer sehr schweren Situation: Aus ihrer alten Heimat wegen politischer Verfolgung, aus materieller Not oder wegen Bürgerkriegen vertrieben, erfahren sie in der Wahlheimat oft Ausgrenzung und Ablehnung. Gesellschaftliche Anerkennung wird ihnen in der neuen Umgebung oft verwehrt – zum Teil auch deswegen, weil die Deutschkenntnisse nicht ausreichen oder weil man ihnen als Straßenkehrer oder Putzfrau kaum Wertschätzung entgegenbringt. Die mit großen Hoffnungen Eingereisten machen oft auch die bittere Erfahrung, dass ihnen die Behörden i.d.R. kein dauerhaftes Bleiberecht gewähren.

Hilfe für Flüchtlinge

Traumatische Erfahrungen im Herkunftsland, Ausgrenzung in der neuen Gesellschaft - viele Flüchtlinge brauchen Hilfe, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. In München steht ihnen u. a. der „Verein zur Förderung ethnischer Minderheiten“ zur Seite.

Der Dienstleistungssektor: Gastronomie und Hotellerie, Reinigungsgewerbe oder Gesundheitswesen. Die Mehrzahl der erwerbstätigen Ausländer in München arbeiten hier. Sie erledigen Jobs, für die Deutsche sich nicht so gerne die Hände schmutzig machen: Drecksarbeit für geringe Bezahlung, zu unangenehmen Arbeitszeiten. Wer aber sind die Menschen, die unsere Straßen und Büros reinigen und unsere Alten pflegen? Welche Lebenswege und Schicksale haben sie?

Akademiker als Putzhilfen

Der Film begleitet vier Migranten in ihrem Alltag: Kapesa Malunda, Bäckereibesitzer aus dem Kongo, putzt in einem Münchner Hotel, Melaku H-Wold aus Äthopien studierte in der Ukraine Pharmazie und arbeitet heute bei der Münchner Straßenreinigung, Metin Özturk, kurdischer Journalist aus der Türkei, reinigt OP-Geräte im Klinikum Großhadern und Sebira Kara, Bürgerkriegsflüchtling aus Bosnien mit amerikanischem Pass, studierte Tiermedizin, arbeitet in der Altenpflege und versucht bereits zum zweiten Mal in Deutschland heimisch zu werden.

Sendetermin: 02.04.2013


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