ARD-alpha - Schulfernsehen


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Namenstage im November Korbinian, Cäcilia, Rupert Mayer, Katharina

Seit Jahrhunderten suchen Christen Beistand bei Heiligen, sie können Fürsprecher oder Vorbilder sein. Wir stellen drei Heilige vor, deren Gedenktag im November gefeiert wird, und porträtieren Pater Rupert Mayer, einen aufrechten Nazigegner aus München, der 1987 selig gesprochen wurde.

Von: Ein Film von Georg Antretter

Stand: 25.10.2012

Katharina wird mit einem Rad dargestellt | Bild: BR

Korbinian - Patron des Bistums München-Freising

Der Heilige Korbinian | Bild: BR

Die Geschichte vom Wappentier ihrer Stadt dürften die meisten Bürger Freisings kennen. Es handelt sich um den berühmten Korbiniansbären. Auch Papst Benedikt XVI., einst Erzbischof von München und Freising, führt das Tier in seinem Wappen. Der Legende nach tötet der Bär das Packpferd des heiligen Korbinian während einer Romreise. Der Kirchenmann zähmt den wilden Räuber, lässt ihm sein Gepäck aufladen und bis nach Rom tragen. Anschließend erhält der Bär seine Freiheit zurück. Korbinian ist als erster Bischof von Freising durch Urkunden und Akten gut bezeugt. Er widmet sich der Heidenmission und muss sich in Machtkämpfen mit Stammesherzögen behaupten. Heute wird er als Apostel der Bayern verehrt. Sein Gedenktag ist der 20. November.

Cäcilia - Schutzheilige der Musiker

 Cäcilia auf einem Gemälde | Bild: BR

Die Legende von Cäcilias Martyrium macht im christlichen Abendland schon früh die Runde, an historischen Belegen mangelt es jedoch. Im Glauben an Jesus erzogen, gelobt die junge römische Adelige ewige Keuschheit. Die Zärtlichkeiten ihres frisch angetrauten Ehemannes ignoriert sie und bekehrt ihn - ein gefährliches Unterfangen in Zeiten der Christenverfolgung. Cäcilia soll im Jahr 255 enthauptet werden, doch der Henker kann den entscheidenden Schwerthieb nicht setzen. Sie lebt noch einige Tage, dann ist sie verblutet. Weil sie während ihrer Hochzeit die Orgel spielt oder zu Gott singt, ist sie Patronin der Musiker. Zahlreiche Kompositionen sind ihr gewidmet. Gedenktag ist der 22. November.

Pater Rupert Mayer - ein unbeirrbarer Gegner der Nazis

Rupert Mayer, geboren 1876, führt ein wechselvolles Leben. 1912 wird er Priester in München. Während des Ersten Weltkriegs dient er als Feldgeistlicher an vorderster Front. Er wird schwer verwundet, verliert ein Bein und wird - ungewöhnlich für einen Geistlichen - mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. In den 1920er-Jahren hält er bis zu 70 Predigten pro Monat und erfindet den legendären Bahnhofsgottesdienst - in einer Halle des Münchner Hauptbahnhofs. Als Gegner der Nationalsozialisten wird er mehrfach von der Gestapo verhaftet, die braunen Machthaber erteilen ihm Redeverbot und sperren ihn in ein Konzentrationslager. Nach Absprache mit Kardinal Michael von Faulhaber wird er schließlich in der Benediktinerabtei Kloster Ettal interniert. Nur wenige Monate nach dem Ende des NS-Regimes stirbt Rupert Mayer am 1. November 1945 nach einem Schlaganfall. Vor 80.000 Menschen wird Mayer am 3. Mai 1987 im Münchner Olympiastadion selig gesprochen.

Katharina - die Nothelferin

Szene auf einem Gemälde:Katharina soll enthauptet werden | Bild: BR

Als Tochter des Königs von Zypern, so die Legende, lebt sie im Luxus, ist gebildet und lehnt voller Hochmut alle Freier ab, weil sie ihren Ansprüchen nicht genügen. Als ein Einsiedler sie mit dem christlichen Glauben in Kontakt bringt, lässt sie sich taufen und träumt davon, dass ihr der Jesusknabe den Vermählungsring auf den Finger streift. Später wird die "mystische Vermählung" ein beliebtes Motiv in der Kunst. Katharina bekehrt zahlreiche Gelehrte, Würdenträger und sogar die Kaiserin. Die Rad-Folter übersteht Kathrina unversehrt, schließlich lässt Kaiser Maximius sie enthaupten. Katharina zählt zu den 14 Nothelfern. Die Bayern verehren sie als "heiliges Madl" ("Margareta mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl") und veranstalten im Rahmen der Volkstanzpflege Kathreintänze. Gedenktag ist der 25. November.


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