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Namenstage im Juli Benedikt von Nursia, Kilian, Irmengard von Frauenchiemsee

Sie haben vor mehr als tausend Jahren gelebt, doch ihre Spuren sind unvergänglich. Mit seiner Klosterregel formte Benedikt die Grundlage des abendländischen Mönchtums. Bischof Kilian und die Äbtissin Irmengard förderten die Christianisierung Bayerns.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Georg Antretter

Stand: 14.06.2013

Künstlerische Skulptur von Benedikt von Nursia vor der Abtei Varensell | Bild: picture-alliance/dpa

Benedikt von Nursia: Einsiedler, Klostergründer, Vater Europas

Benedikt von Nursia ist ohne jeden Zweifel eine der prägenden Gestalten des frühen und hohen Mittelalters. 529 übersiedelt der Vater des abendländischen Mönchtums mit einigen Brüdern aus dem Aniotal auf den Monte Cassino, einen steilen Berg zwischen Rom und Neapel. Auf den Ruinen eines Apollotempels errichtet die Gemeinschaft ohne fremde Hilfe jenes berühmte Kloster, das zugleich am eigentlichen Anfang der mittelalterlichen monastischen Kultur und des ältesten westlichen Mönchsordens stand. Hier verfasst Benedikt gegen 530 eine Mönchsregel, die zum Vorbild klösterlicher Organisation und Spiritualität wird. Die Regula Sancti Bendedicti als wichtigstes Dokument der Geschichte des abendländischen Mönchtums und monastischer Organisation schlechthin zu bezeichnen, ist sicherlich keine Übertreibung.

Kilian: Wandermönch, Märtyrer, Patron Frankens

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Mitte des 7. Jahrhunderts erreichen der irische Wanderbischof Kilian und seine Gefährten Kolonat und Totnan Würzburg. Vom Papst als Missionare bestätigt, predigen sie das Christentum und werden um 689 wegen ihrer Lehrtätigkeit erschlagen. Bischof Burkhard von Würzburg lässt die Gebeine 752 erheben und setzt Kilian zum Patron seines Bistums ein. Angesichts der missionarischen Aufgaben, die das Bistum Würzburg spätestens unter Karl dem Großen bei den Slawen im Osten und bei den eben unterworfenen Sachsen im Norden wahrzunehmen hatte, ist die Erhebung der irischen Missionare zu Patronen des Grenzlandes gegen die Heiden ein hoch programmatischer Akt: Er verankert die Hingabe an Gott und den unbedingten Einsatz für die Ausbreitung des Evangeliums im Bewusstsein der Gläubigen und ihrer Oberhirten.

Irmengard: Trost der Armen, Patronin des Chiemgaus

Die selige Irmengard, Patronin des Chiemgaus, ist die erste namentlich erwähnte Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Frauenchiemsee. Die Tochter König Ludwigs des Deutschen wurde von der Bevölkerung wegen ihrer Heiligkeit und Mildtätigkeit besonders verehrt. Die Legende berichtet, dass es zu ihren Lebzeiten weder auf der Insel, noch um den Chiemsee herum Arme gegeben habe. Ihr Leib wurde im Fundament des Münsters bestattet. Noch heute ist der Irmengard-Altar in der Klosterkapelle ein vielbesuchter Wallfahrtsort.


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