ARD-alpha - Schulfernsehen


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Die Stadt im späten Mittelalter (3) Handel, Handwerk, Marktgeschehen

Ein durch Zunftordnungen kontrolliertes Gewerbe, Zölle und der streng geregelte Güterumschlag begründen den Reichtum der spätmittelalterlichen Stadt. Der Markt ist Drehscheibe des Handels.

Von: Ch. Sepp, S. Demmelhuber, V. Eklkofer, ein Film von Kurt Schneider

Stand: 28.09.2012

Drei Hansekoggen auf dem weg nach Bremen | Bild: picture-alliance/dpa

Handwerker sorgen für wirtschaftliche Stabilität

Die selbstbewusste Einstellung des städtischen Handwerkers zu seiner Arbeit - er betrachtet sie als Tugend, nicht mehr als Mühsal und Plage - schafft eine Voraussetzung für das Aufblühen der mittelalterlichen Stadt. Die Arbeit sichert sozialen Aufstieg, Wohlstand und Ansehen.

Der Zusammenschluss in Handwerksgenossenschaften wiederum sorgt für den Erhalt des einmal erworbenen Wohlstandes. Die Zulassung zum Gewerbe, die Ausbildung, die Zahl der Lehrlinge, die Überwachung der Preise, der Menge und Qualität der Waren, all diese Dinge regelt die Zunft und unterbindet damit den freien Wettbewerb.

Der Markt - Handelszentrum und Nachrichtenbörse

Die Märkte in den Städten werden zu wichtigen Umschlagplätzen für handwerkliche Produkte. Der umständliche Tausch von Ware gegen Ware wird angesichts des vielfältigen Angebots mehr und mehr durch die Bezahlung mit Geld verdrängt. Die Märkte sind auch ein wichtiger Treffpunkt, um Nachrichten auszutauschen. Nicht selten wird an Markttagen Recht gesprochen, man vollstreckt Urteile. Auch Bader und Schreiber bieten ihre Dienste an.

Der Fernhandel blüht

Das rasche Wachstum der Städte fördert den Fernhandel. Die Bürger können nicht mehr allein von der Überschussprodukten der näheren Umgebung versorgt werden und stellen darüber hinaus höhere Ansprüche an die Qualität der Waren. Fernhandelskaufleute schaffen mit Fuhrwerken oder auf Schiffen Waren aus ganz Europa und dem Orient heran. Reis, Zucker, und fremde Gewürze, Zinn und Kupfer, Waffen, Seide, Tuch und Pelze verkaufen sie mit Gewinn an reiche Bürger oder Zwischenhändler.

Kaufleute gründen Genossenschaften

Auch die Fernkaufleute schließen sich zu Genossenschaften, in Norddeutschland zur so genannten Hanse zusammen - vor allem, um an den Zielorten jeweils Schutz und Handelsrechte genießen zu können. Führende Stadt innerhalb der Hanse ist Lübeck, deren Kaufleute den Ostseehandel beherrschen. Zur Steigerung ihrer Wirtschaftsmacht und zur Gewinnmaximierung bauen die Fernkaufleute eine moderne Handelsorganisation auf. Die wichtigsten Kontore sind Brügge, London, Bergen und Nowgorod.


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