ARD-alpha - Schulfernsehen


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Dorfgemeinschaft Bäuerliches Leben im Mittelalter

Bauer zu sein, bedeutete im Mittelalter kein leichtes Schicksal. Der Alltag war von harter körperlicher Arbeit geprägt. Wir zeigen, wie das Leben der Landbevölkerung damals organisiert war und mit welchen Abhängigkeiten die Menschen zurechtkommen mussten.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Imogen Schmidt

Stand: 05.04.2013

Spielszene aus dem Film: Ein Junge füttert im Mittelalter Gänse | Bild: SWR

Im Mittelalter war die Masse der Bevölkerung des Heiligen Römischen Reiches in der Landwirtschaft beschäftigt. Auch die zahlreichen Neugründungen von Städten - vor allem in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts - änderten kaum etwas daran. Um 1500, als die Epoche zu Ende ging, blieben weiterhin über 80 Prozent der Menschen im Agrarsektor aktiv. In der Großstadt Köln lebten damals gerade einmal 35.000 Einwohner, in Nürnberg 25.000 und in Berlin etwa 2.000. Dagegen wohnten und arbeiteten zwölf Millionen Bauern auf dem Lande - zumeist in Abhängigkeit vom grundherrschaftlichen Besitz.

Einblick in die Wirtschaftweise der Menschen im Mittelalter

Die Wechselbeziehungen zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen waren die Basis der bäuerlichen Landwirtschaft. Statt sie zu beherrschen, passte man sich der Natur an. In szenischen Rekonstruktionen schildert die Sendung das Leben der Bauern in der dörflichen Gemeinschaft. Sie zeigt ihre Arbeit auf dem Hof und deren Organisation. Dazu gehören das Fruchtbarmachen und die Bearbeitung der Böden in der Dreifelderwirtschaft, der Anbau und die Verarbeitung des Getreides, die Holzwirtschaft und die Textilherstellung. Die Tierhaltung spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Bauern hielten Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Pferde, außerdem Huhn und Hund. Mit der Nutztierhaltung entwickelte sich mehr und mehr die Tierheilkunde.

Kampf ums Überleben

Die Produktivität war im Mittelalter gering. Beispiel Getreide: Auf ein gesätes Korn kam eine Ernte von etwa drei Körnern, nicht selten war die Ausbeute geringer. Ging die Ernte um ein Drittel zurück, wurde die Hälfte davon wieder als Saatgut benötigt. Kam es durch Witterungseinflüsse zu einer Ernteminderung von zwei Dritteln, musste die gesamte Ernte für die Saat aufgewendet werden. Hunger und frühzeitiger Tod gehörten zum Leben der Menschen, jede Missernte konnte lebensbedrohlich sein.


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