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Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik Arterien der Ozeane - Benjamin Franklin und der Golfstrom

Der Golfstrom ist Europas Zentralheizung. Als gigantisches "Förderband" transportiert er Warmwasser aus den Tropen nach Norden. Nur deshalb ist es bei uns im Winter deutlich wärmer als in Alaska. Einer der ersten Wissenschaftler, der das Strömungssystem erforschte, war Benjamin Franklin (1706-90).

Von: Ein Film von Wolfgang Meindl

Stand: 13.07.2012

Gemälde von Benjamin Franklin | Bild: BR

Wir kennen Benjamin Franklin vor allem als Staatsmann, Denker der Politik und amerikanischen Gründervater. Der US-Verfassung gab er wichtige Impulse und die Sonderkonstruktion Senat-Repräsentantenhaus, die auch kleinen, bevölkerungsarmen Bundesstaaten Einfluss sichert, geht auf seine Initiative zurück.

Das Mulitalent

Doch Franklin war auch ein hoch geschätzter Gesundheitsexperte, Publizist und Wissenschaftler. Im Jahr 1753 arbeitete er als Postmeister in Philadelphia. Dass Postschiffe von England nach Amerika weitaus mehr Zeit brauchten, als Boote, die die umgekehrte Route fuhren, verwunderte ihn. Franklin beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Er sprach mit Kapitänen und erfuhr von einem sonderbaren Strom, einer Art Fluss im Meer.

Der Golfstrom - die "Pulsader des Ozeans"

Der Golfstrom entsteht nahe der Bahamas. Er drängt nordwärts, gibt Wärme an die Atmosphäre ab, wird kalt, verdichtet sich, sinkt vor Grönland ab - und Tiefenwasser strömt nach Süden zurück. Franklins Verdienst ist es, dass er das Hauptprinzip der Oberflächenströmung erkannte, das vor allem auf dem Zusammenspiel von Passatwinden, Druckgefällen und Temperaturunterschieden beruht.

Mildes Klima in Europa - dank Golfstrom

Der Golfstrom beschert Europa Durchschnittstemperaturen, die deutlich über denen auf demselben Breitengrad in Kanada liegen. Versiegte er, würde es im Winter um fünf bis sechs Grad kälter und weite Teile Skandinaviens lägen unter einer Eisdecke.


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