ARD-alpha - Schulfernsehen


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Jugendstrafe im Kreuzverhör Mädchenarrest

Schocktherapie als Präventionskonzept: Ein paar Tage oder Wochen hinter Gittern sollen jugendliche Straftäter zur Einsicht bringen. Doch was taugt der Warnschussarrest wirklich? Und vor allem: Wie geht es danach weiter?

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Eva Müller

Stand: 09.11.2012

Der Schlüssel für eine Zelle wird in der Jugendarrestanstalt umgedreht | Bild: WDR/Erfahrung hinter Gittern

Der Jugend- oder Warnschussarrest gilt als "short, sharp shock", als kurze, scharfe, bewusst schmerzhafte aber letztlich heilsame Sanktion, um jugendliche "Täter" vor weiterer Straffälligkeit abzuschrecken. Sein "Vollzug", so steht es im Jugendgerichtsgesetz, "soll das Ehrgefühl des Jugendlichen wecken und ihm eindringlich zum Bewusstsein bringen, dass er für das von ihm begangene Unrecht einzustehen hat".

Echter Warnschuss oder Rohrkrepierer?

So weit die Theorie. Aber was taugt der Denkzettelarrest wirklich? Was bringt die erzwungene Selbstbesinnung hinter Gittern? Hilft Einsperren, wenn Kinder aus der Spur kommen, wenn das Leben aus dem Ruder läuft und Eltern hilflos sind? Und vor allem: Wie geht es danach weiter? Kann der Kinderknast auf Zeit kaputte Leben kitten? Der Film geht diesen Fragen nicht theoretisch oder moralisierend, sondern nüchtern beobachtend nach. Er begleitet straffällig gewordene Mädchen vor, während und nach dem Arrest.

Junge Mütter hinter Gittern

Da ist zum Beispiel Nadine. Sie ist 16, hat geklaut und eine richterliche Auflage missachtet. Jetzt muss sie vier Wochen in der Jugendarrestanstalt Wetter bleiben. Ihr acht Wochen altes Baby wartet im Mutter-Kind-Heim und bei der Großmutter auf sie. Was bringt der Arrest für sie?

Der Knast als Schutzraum

Oder Josy, die in Wetter zum ersten Mal über ihre wirklichen Probleme spricht. Als sie wieder frei und zu Hause ist, wünscht sie sich in den Arrest zurück, weil man draußen keine Zeit zum Nachdenken hat, weil wieder alles auf einmal kommt und weil niemand da ist, mit dem man reden könnte.

Täter ohne Reue

Und da sind Sabrina und Sabrina, die beiden 15-jährigen Mädchen, die eine Gleichaltrige krankenhausreif geprügelt haben und kein bisschen Reue empfinden, weil sie eigentlich ihren "Spaß dabei hatten und nicht anders konnten."


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