ARD-alpha - Schulfernsehen


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Blum & Blümchen (3) Laubbäume

Eichen und Buchen haben eine spannende Vergangenheit: Für die Germanen waren sie heilig, weil Götter und Geister in ihnen wohnten. Wir gehen die Sache prosaischer an und erkunden stattdessen den Entwicklungs- und Vermehrungszyklus.

Von: Udo Hampl & Beate Brustmann, Ein Film von Sine Maier-Bode

Stand: 10.02.2012

Eicheln an einer Eiche | Bild: colourbox.com

Mit bis zu 40 Metern Höhe gehören Buchen und Eichen zu unseren größten heimischen Laubbäumen. Vielleicht wurden sie deshalb früher als etwas ganz Besonderes angesehen. Als Wohnsitz des Donner- und Blitzgottes Thor war die Eiche den Germanen heilig. Deshalb riefen sie unter alten Eichen ihre Götter an und hielten hier auch Gericht.

Auch die Buchen galten als heilige, orakelmächtige Bäume. Die Germanen ritzten Schriftzeichen in Buchenstäbe und warfen sie in die Höhe. Aus der späteren Lage der Buchenstäbe zueinander, lasen sie Botschaften der Götter. Von diesen Buchenstäben leitet sich unser Begriff "Buchstaben" her.

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Wie die Eichen auch, wurden Buchen überdies als "Kinderbäume" verehrt. Dahinter stand der Glaube, dass Kinder nicht nur von Menschen, sondern auch von Bäumen geboren werden. Verwachsene Kinder zog man deshalb durch so genannte "Zwieseleichen", die von Natur aus Gabelungen bzw. Öffnungen aufwiesen oder die eigens dafür gespalten und später wieder verbunden wurden. So sollte der Baum sie ein zweites Mal geheilt gebären.

Das ist natürlich ebenso unsinnig, wie der Hinweis, dass man bei Gewitter Eichen meiden, aber Buchen suchen solle. Ursache für den falschen Ratschlag ist, dass Blitzeinschläge bei Buchen und Eichen unterschiedlich sichtbare Schäden hinterlassen. Die rissige Rinde der Eichen saugt sich bei einem Gewitterregen mit Wasser voll. Wird der Baum von einem Blitz getroffen, dann leitet die nasse Rinde den Strom direkt ins Innere der Eiche. Dadurch entstehen deutlich sichtbare Schäden. An der glatten Buchenrinde läuft dagegen das Regenwasser ungehindert ab. Der einschlagende Blitz wird dadurch außen abgeleitet und hinterlässt meist keine Schäden am Baum.

Wenn Bäume krank werden, hilft der Baumpfleger

Platanen, Linden und Rosskastanien gehören zu den häufigsten Stadtbäumen. Das liegt daran, dass sie mit relativ wenig Platz auskommen und an den Boden keine allzu großen Ansprüche stellen. Gegen Krankheiten sind aber auch die genügsamsten Bäume nicht gefeit. Durch Parasitenbefall werden viele Bäume allmählich so morsch, dass sie zu Boden krachen und zerfallen. Das muss in der Stadt aber rechtzeitig verhindert werden, da die herab fallenden Äste Menschen, Gebäude und Autos gefährden würden.

Um Unfälle zu verhindern, rückt der Baumpfleger an. Seine Aufgabe ist es, kranke Bäume zu erkennen, zu untersuchen und entsprechende Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Dazu klopft er die Stellen ab, die möglicher Weise morsch sind. Diese erkennt er am Klang des Holzes. Farbe und Größe der Blätter oder ihr vorzeitiger Abfall geben ihm weitere Auskünfte über den Gesundheitszustand des Baumes. Anschließend untersucht er ihn nach Nottrieben. Solche unterentwickelten Zweige bildet ein Baum immer dann, wenn er zu wenig Wasser oder Nährsalze bekommt. Ursache dafür könnte ein zu schlechter Boden sein.

Die wichtigsten Werkzeuge des Baumpflegers sind Kletterausrüstung und Motorsäge. Morsche und abgestorbene Äste sowie die Nottriebe werden so entfernt, dass die gesunden Teile des Baumes nicht verletzt werden.

Bonsai: Kleine Bäume ganz groß

Das Wort Bonsai ist japanisch und heißt übersetzt "Baum in der Schale". Es sind winzige Krüppelbäume, die nach uralter Tradition durch Beschneiden der Wurzeln, Biegen der Zweige und nicht zuletzt durch die Enge des Lebensraumes "Schale" gezüchtet werden.

Die Aufzucht eines Bonsai ist langwierig und aufwändig. Mithilfe verschiedener Zangen, Scheren, Pinzetten und Draht erhält der Miniaturbaum seine Form. Die Äste werden so beschnitten und gedrahtet, dass das Bäumchen nur in die vorgegebene Richtung wachsen kann. Ungefähr dreißig Jahre dauert es, bis eine kleine Hainbuche zum ausgewachsenen Baum gedeiht. Damit nicht genug: Auch der "fertige" Bonsai bedarf nahezu täglicher Pflege, damit er in Form bleibt. Ab August darf er allerdings nicht mehr beschnitten werden, denn sonst treiben die neuen Triebe im nächsten Jahr nicht mehr aus.


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