ARD-alpha - Schulfernsehen


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Soziales Miteinander Konflikte richtig lösen!

Eine allgemein gültige Regel zum Umgang mit Konflikten gibt es nicht. Das Allerwichtigste aber ist: miteinander reden. Die Sendung zeigt, wie aus unterschiedlichen Wertvorstellungen und Interessengegensätzen Streit entsteht und sucht nach Konfliktlösungen, die für alle Beteiligten lebbar sind.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Susanne Bauer-Schramm

Stand: 07.06.2012

Streit in der Schule | Bild: BR

Immer die kleinen Machos …

Gezänk und unzählige Reibereien sind in der Schule an der Tagesordnung. Meist sind es keine dramatischen Fälle, es gibt keine schlimmen Verletzungen, doch der Schulfriede wird gestört. Wie im Fall von Swen und Korbinian: Die Jungs laufen zum Pausenstand, jeder will der erste sein, sie drängeln, werden rabiat und trollen sich erst, als der Hausmeister eingreift. Melike betrachtet das Schauspiel. Sie ist zunächst belustigt, weiß aber nicht, was sie tun soll, als es zum Handgemenge kommt.

Konflikte und Gewalt

Doch müssen Konflikte wirklich im Streit enden? Die Klasse 6c der Mittelschule Markt Schwaben geht mit ihrem Klassenlehrer Jörg Meier auf die Suche. Die Schülerinnen und Schüler sammeln Informationen, wo überall Konflikte entstehen: beispielsweise in der Politik, bei Demonstrationen, sogar zwischen Völkern, im schlimmsten Fall kommt es zum Krieg. Und das Sprichwort "Der Klügere gibt nach" funktioniert auch nicht allzu oft.

Der Umgang mit Konflikten will geübt sein

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Auf Anregung des Lehrers Meier zeichnet die Klasse Konflikte und versucht sich in einzelne Akteure hineinzuversetzen. Anschließend berichten Schüler über eigene Erlebnisse. Aufschlussreich ist ein Erfahrungsaustausch mit der Klasse 7f des Gymnasiums Gilching. Der Frontbericht aus dem Westen Münchens führt zur nüchternen Erkenntnis: Was dort abgeht, ist auch nicht viel besser. Doch wie - das ist die große Frage - kommt man aus einem Konflikt wieder heraus?

Die Gilchinger arbeiten dabei eng mit der Erziehungsmediatorin Margarete Blunck zusammen. "Wichtig ist", sagt sie, "beim Konflikt zu wissen, was will ich eigentlich, und das ist meist das Schwierigste. Ich merke, ich bin unglücklich, aber ich weiß nicht, was ich will. Und dann muss ich schauen, wie kann ich mich durchsetzen, und abschätzen, ist es der Moment, wo ich mich durchsetzen kann oder muss ich einfach mal gehen und aufgeben." Mit anderen Worten: Wer flexibel auf Situationen reagiert, ist im Vorteil.

Soziales Miteinander - man muss einen Streit belegen können

Lehrer Meier und Mediatorin Blunck erzählen von Konfliktbewältigung und erklären das sogenannte Eisbergmodell. Es besagt, dass man bei einem Streitfall nicht nur die Spitze, sondern den ganzen Berg, also den Grund für die Auseinandersetzung sehen muss. Außerdem braucht man klare Regeln, um Konflikte zu entschärfen. Bekannte Beispiele sind die gelben und roten Karten beim Fußball. Am Gymnasium Gilching haben sich die Schüler ebenfalls auf ein Regelwerk als Prävention gegen Aggression geeinigt. Sie haben "vertraglich" festgelegt, was zu tun ist, um einen Streit beizulegen. Um Verständnisprobleme auszuschließen, schreiben sie sich Merkzettel, machen ihren Standpunkt klar und gehen abwechselnd aufeinander zu; jeder kommt zu Wort und jeder hört den anderen zu, lässt sie ausreden.

Raus damit, die Sache muss angesprochen werden!

Swen und Korbinian, die beiden Streithanseln, wissen nun, dass sie lernen müssen, mit eigenen Gefühlen und mit den Gefühlen anderer umzugehen. Zuhören, nicht zuschlagen - darauf kommt es an.


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