ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ich mach's! Mediengestalter/-in Bild und Ton

Fernsehen ist Mannschaftssport, Radiomachen auch. Viele Menschen müssen zusammenarbeiten, damit Bild und Ton in bester Qualität beim Zuschauer oder Hörer ankommen. Zum unsichtbaren Heer der Helfer, die im Hintergrund für reibungslose Abläufe sorgen, gehören die Mediengestalter Bild und Ton.

Stand: 20.07.2012

Ein Video wird per Computer geschnitten | Bild: BR

Als Spezialisten für die Planung, Herstellung und Gestaltung von Bild- und Tonmedien kommen Mediengestalter im Fernseh- und Tonstudio, bei Außen- und Liveübertragungen, bei der Produktion von Nachrichten- und Magazinbeiträgen, Dokumentationen, Hörspielen, Werbespots, Lehrfilmen oder Musikvideos zum Einsatz. Je nach Arbeitgeber reicht ihr Aufgabengebiet von der reinen Vorbereitung bis hin zur vollständigen Herstellung, Nachbearbeitung und Sendeabwicklung. Besonders gefragt sind versierte Allrounder, die einen kompletten Bild- oder Tonbeitrag selbstständig oder gemeinsam mit Kameraleuten herstellen und sendefertig abliefern können.

Planung ist die halbe Miete

Die äußerst vielseitige Arbeit beginnt mit der gründlichen Planung und Organisation einer neuen Produktion. Im Vorfeld ermitteln Mediengestalter dabei zunächst den finanziellen und technischen Aufwand eines Medienprojekts. Anschließend legen sie die einzelnen Arbeitsschritte und den Ablauf fest, stimmen die Termine mit allen Beteiligten ab und sorgen dafür, dass alle erforderlichen Aufnahmegeräte, Übertragungs- und Kommunikationseinrichtungen termingerecht am Einsatzort verfügbar sind. Damit später nichts schiefgeht, stellen sie sicher, dass die nötigen Kameras, Mikros, Scheinwerfer, Stative, Kabel, Speichermedien und ein mobiles Mischpult am Set vorhanden und einsatzbereit sind.

Experten vor Ort: Kamera läuft, Ton ab!

Am Dreh- oder Aufnahmeort bauen sie zunächst die Ausrüstung auf und richten sowohl die Stromversorgung wie auch die Energieverteilung ein. Während des Drehs übernehmen sie meist eine Reihe wichtiger Assistenzdienste. Dazu zählen etwa die Ausleuchtung mit Reportage- bzw. Handlicht oder Aufhellern, die Bedienung bzw. Positionierung der Mikrofone. Bei manchen Produktionen nehmen sie darüber hinaus gestalterische Aufgaben wahr, indem sie Kamerastandpunkte und Bildausschnitte festlegen, Kameras oder Mikros aussteuern und die Signale am mobilen Mischpult abmischen.

Nach dem Dreh geht's ins Studio

Unmittelbar nach dem Dreh prüfen Mediengestalter die Aufnahmen und alle Medienbegleitdaten zunächst auf technische Unversehrtheit und Vollständigkeit. Die Bandbreite der anschließenden Tätigkeiten in der Postproduktion hängt wiederum vom Arbeitgeber ab. In vielen Fällen schneiden Mediengestalter das Bildmaterial an elektronischen Schnittplätzen zu einem sendefertigen Beitrag zusammen, stimmen es mit den Tonaufnahmen ab, suchen die geeignete Musikuntermalung oder passendes Archivmaterial aus, das sie häufig auch selbst in den Beitrag einbinden.

Geregelte Arbeitszeiten? Leider Fehlanzeige!

Wer die oft ungewöhnlichen Arbeitszeiten und oftmals anstrengenden Arbeitsbedingungen scheut, kann sich alternativ zum Videoeditor ausbilden lassen. Anders als ihre mobilen Kollegen arbeiten Videoeditoren ausschließlich an der Postproduktion im Studio, wo sie fertiges Material schneiden und für die Ton- und Bildmischung zuständig sind.

Kein Job von der Stange

Die bundesweit geregelte Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton dauert drei Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Obwohl grundsätzlich keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben ist, stellen die ausbildenden Betriebe bevorzugt Bewerber mit Hochschulreife ein. Wer nicht beim Fernsehen oder Rundfunk unterkommt, kann auf Film- und Tonstudios, Werbeagenturen, Ü-Wagenbetreiber und Außenübertragungsanbietern sowie Studioproduktions- oder Werbeproduktionsunternehmen ausweichen.


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