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Ich mach's! Reiseverkehrskauffrau/-mann

Die Fahrt ins Blaue ist aus der Mode gekommen. Schon lange vor Reiseantritt sind Unterkünfte bestellt, Eintrittskarten fest gebucht. Dafür, dass unterwegs und am Urlaubsziel alles glatt geht, sorgen Reiseverkehrskaufleute.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Hans Peter Kernstock

Stand: 09.06.2012

Ein Reiseverkehrskaufmann, der Kunden berät | Bild: BR

Reiseverkehrskaufleute organisieren Geschäfts-, Individual- und Pauschalreisen, kaufen Dienstleistungen ein, besorgen Bus-, Bahn- oder Flugscheine und Schiffspassagen, reservieren Hotels, Pensionen und auch Ferienwohnungen. Sie kümmern sich darum, dass eine Reise möglichst reibungslos verläuft.

Wohin geht die Reise?

Um für ihre Kunden das bestmögliche Reisepaket zu schnüren, setzen Reiseunternehmer weltumspannende, computer- und internetgestützte Informationssysteme ein. Sie durchforsten laufend aktualisierte Datenbanken nach passenden Angeboten, nehmen Reservierungen vor und wickeln die nötigen Zahlungen online ab. Zusätzlich informieren sie die Reisenden über erforderliche Impfungen, einschlägige Einreise-, Visa-, Zoll- und Devisenbestimmungen. Damit die Urlaubsfreude ungetrübt bleibt, haben sie die empfohlenen Vertragshotels, das touristische Umfeld oder beispielsweise Ausflugsmöglichkeiten zuvor persönlich geprüft. Darüber hinaus stellen sie durch regelmäßige Kontrollbesuche sicher, dass die Qualität vor Ort dauerhaft stimmt. Sollten dennoch Probleme auftauchen, stehen sie ihren Kunden bei der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung zur Seite.

Arbeit unter Zeitdruck

Auch im Geschäftsreiseservice kümmern sich Reiseverkehrskaufleute um die optimale Organisation und Abwicklung. Da viele Geschäftsreisen kurzfristig und termingebunden anfallen, müssen sie in großer Eile ein freies Hotelzimmer, einen Platz im Flieger und günstige Verkehrsverbindungen oder Beförderungsmöglichkeiten am Zielort finden. Auskünfte über kulturelle Besonderheiten und Gepflogenheiten, wie etwa Kleidungsvorschriften, Tischsitten oder gesellschaftliche Konventionen im Ausland runden die Beratungsleistungen für Geschäftsreisende ab.

Der Markt ist unübersichtlich - aber sie müssen ihre Zielgruppen kennen

Neben dem Organisieren und Verkaufen von Reisen oder der Besichtigung des Zielortes verbringen Reisekaufleute einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit kaufmännischen Tätigkeiten und Verwaltungsaufgaben. Sie erstellen Abrechnungen, überprüfen Buchungsbelege und führen den Schriftverkehr mit Kunden und Reiseveranstaltern. Außerdem wirken sie bei der Preisgestaltung und beim Aushandeln von Konditionen mit Reiseveranstaltern oder Verkehrsunternehmen mit. Darüber hinaus sind sie oftmals auch für Marketingmaßnahmen zuständig. Sie entwerfen Kataloge und stellen sie zusammen, erarbeiten Angebote für Pauschalreisen oder stellen in Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen beziehungsweise lokalen touristischen Organisationen Fahrten, Führungen und Ausflüge zusammen.

Gut ausgebildet für die Urlaubswelt

Die duale Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann beziehungweise zur Reiseverkehrskauffrau dauert Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handwerkskammer ab. Die Lehre erfolgt zu einem Drittel der Ausbildungszeit in einer der zwei Fachrichtungen "Touristik" oder "Kuren und Fremdenverkehr". Obwohl keine formalen Zugangsvoraussetzungen bestehen, setzen die Ausbildungsbetriebe in aller Regel mindestens die mittlere Reife, meist sogar das Abitur voraus. Wer nach der Lehre die Karriereleiter erklimmen möchte, sollte seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern und eine Weiterbildung zum Touristikfachwirt bzw. zur Touristikfachwirtin anschließen. Auf Leitungs- und Spezialfunktionen, zum Beispiel auf der mittleren Führungsebene, bereiten auch andere Weiterbildungen vor, wie beispielsweise Betriebswirt/in in Touristik und Reiseverkehr.


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