ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ich mach's! Pferdewirt/-in

Füttern, bürsten, Hufe auskratzen, den Stall ausmisten, die Tiere zäumen, junge Pferde einreiten und erziehen, kranke Zöglinge verarzten – über Langeweile im Job können Pferdewirte und Pferdewirtinnen ganz gewiss nicht klagen.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Nannette Stegner

Stand: 10.05.2012

Pferd wird gefüttert | Bild: picture-alliance/dpa

Mit Tierliebe alleine ist es nicht getan. Die Arbeit mit Hengsten, Stuten und Fohlen ist kein Freizeitspaß, sondern ein echter Knochenjob. Neben der Bereitschaft, im Stall und auf der Koppel hart anzupacken, benötigen Pferdewirte pädagogisches Geschick und müssen tadellos im Sattel sitzen. Denn schließlich sollten sie das, was sie anderen als Reitlehrer später beibringen wollen, selbst perfekt beherrschen. Außerdem brauchen Pferdewirte Grundkenntnisse in Biologie und Tiergesundheit, müssen wissen welches Futter seine Schützlinge gesund und leistungsfähig erhält, Krankheiten erkennen und den Tierarzt durch Hilfestellungen und Pflegemaßnahmen unterstützen können sowie Nachweise über Impfungen oder die Abstammung führen.

Sattelfest in drei Ausbildungsschwerpunkten

Weil die Arbeit für private oder staatliche Gestüte, für Reiterverbände und Reitvereine, Zucht- oder Rennställe so viele Facetten aufweist und äußerst unterschiedliche Kenntnisse erfordert, spezialisieren sich die angehenden Pferdewirte bereits während der dreijährigen Ausbildung auf einen der Arbeitsschwerpunkte "Zucht und Haltung", "Reiten", "Rennreiten" oder "Trabrennfahren". Nach dem Abschluss der Prüfung vor einer zuständigen Dienststelle des Landwirtschaftsministeriums oder der Landwirtschafskammer können sich die frischgebackenen Pferdewirte zum Bereiter bzw. Bereiterin, zum Stallmeister bzw. Stallmeisterin oder zum Pferdewirtschaftsmeister bzw. zur Pferdewirtschaftsmeisterin weiterbilden.

Die Zucht- und Pflegemeister

Pferdewirte und -wirtinnen mit dem Schwerpunkt Zucht und Haltung sind für die gesamte Entwicklung des Pferdes, angefangen von der Deckung über die Geburt bis hin zum ausgewachsenen Zucht- oder Sportpferd, verantwortlich. Sie müssen die züchterischen Grundlagen beherrschen, das Zuchtbuch führen und sämtliche Impfungen sowie die Abstammung durch entsprechende Nachweise dokumentieren. Neben der Stallarbeit, dem Füttern und Tränken sowie der allgemeinen Pflege kümmern sie sich auch um die medizinische Versorgung. Unter Anleitung des Tierarztes behandeln sie Verletzungen, legen Verbände an und pflegen die Hufe der Tiere. Ein wesentlicher Aufgabenbereich ist darüber hinaus die Erziehung junger Pferde, die eingeritten und für den Verkauf vorbereitet werden müssen.

Die Erziehungsexperten

Pferdewirte mit dem Schwerpunkt Reiten sind zunächst vor allem für die Erziehung junger Pferde verantwortlich. Sie reiten die Jungtiere ein und sorgen für deren Ausbildung im Springen, Gelände- und Jagdreiten sowie im Gespannfahren. Zusätzlich erteilen sie Reitunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Fahrunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene.

Pferdewirte mit dem Schwerpunkt Rennreiten kümmern sich in Rennställen um die Ausbildung meist außergewöhnlich teurer Rennpferde. Sie trainieren die Tiere und nehmen je nach Können selbst an nationalen oder internationalen Pferderennen teil. Selbstverständlich sind sie wie alle Pferdewirte für die Pflege der Tiere und die erforderlichen Stallarbeiten zuständig.

Pferdewirte mit dem Schwerpunkt Trabrennfahren bilden Traber in Trainingsställen sowie auf Trabrennbahnen aus und trainieren sie für Wettbewerbe. Sie fahren die Tiere vor dem Rennen warm und nehmen meist auch selbst an Wettbewerben teil. Wie ihre Kollegen mit dem Schwerpunkt Reiten müssen nicht nur sehr leichtgewichtig sein, sondern große Disziplin, Leistungsbereitschaft, Ausdauer und viel sportlichen Ehrgeiz mitbringen.


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