ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ich mach's! Maskenbildner/-in

Ein abgehackter Arm, die aufgedunsene Wasserleiche, das verkohlte Brandopfer, die tödliche Schusswunde – kaum ein Krimi, kaum ein Actionreißer kommt ohne drastische Großaufnahmen grausiger Verletzungen und Verstümmelungen aus. Damit die Täuschung perfekt gelingt, muss der Maskenbildner ran.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Nathalie Bachmann (Buch) & Alfred Grein (Kamera)

Stand: 10.02.2012

Eine Frau mit einer geschminkten Schusswunde | Bild: BR

Im Film, auf der Bühne und Fernsehen sorgen Maskenbildner mit Kunstblut, Schminke und plastischen Materialien für möglichst glaubhafte, und das heißt, möglichst realistische Spezialeffekte. So wichtig und spektakulär diese Schauerzutaten auch sein mögen, sind sie doch nur ein kleiner Ausschnitt der Aufgaben eines Berufs, der das Spiel mit der Illusion perfektioniert. Egal, ob Oper, Theater, Musical, Film oder Fernsehen - überall tragen Maskenbildner dazu bei, dass Schauspieler in ihre Rollen schlüpfen und einen Charakter auch optisch überzeugend darstellen können.

Dazu entwickeln sie zunächst in enger Absprache mit der Dramaturgie, der Regie, dem Bühnen- und Kostümbild ein maskenbildnerisches Konzept, das sich stimmig in den künstlerischen Gesamtentwurf fügt. Sobald diese grundlegenden Entscheidungen gefällt sind, beginnen die Maskenbildner mit der Detailarbeit. Mit Schminke, Gummi, Leder, echten oder künstlichen Haaren und unterschiedlichen plastischen Gesichts- bzw. Körperteilen fertigen sie die erforderlichen Maskenbilder in Handarbeit an. Sofern historisch korrekte Detail benötigt werden, durchforsten sie kunst- und kulturgeschichtliche Werke, um passende Frisuren oder Make-Ups zu gestalten. Damit Verwundungen oder andere Spezialeffekte wirklichkeitsgetreu aussehen, ziehen sie medizinische Fachliteratur und Experten zu Rate.

Neben diesen Vorarbeiten in der Werkstatt sind Maskenbildner auch vor, während und nach einer Vorstellung oder am Filmset laufend gefordert. Sie schminken und frisieren die Darsteller, passen die Maskenelemente an und stehen jederzeit bereit, um ein Make-Up aufzufrischen oder die Schauspieler dem Handlungsverlauf entsprechend umzuschminken. Wenn der Vorhang gefallen oder eine Szene gefilmt ist, helfen sie den Darstellern beim Abschminken. Anschließend reinigen sie die Perücken, Bärte oder plastischen Maskenteile, sorgen für ihre fachgerechte Einlagerung und später gegebenenfalls für die Instandsetzung beschädigter Ausstattungsteile.

Neben der künstlerischen Tätigkeit müssen Maskenbildner die Kosten eines maskenbildnerischen Konzepts planen und im Laufe der Umsetzung Rechnungen, Arbeitsaufwände und Materialbedarf kontrollieren, um sicherzustellen, dass der genehmigte Etat eingehalten wird.

Der Beruf des Maskenbildners ist staatlich anerkannt und bundeinheitlich geregelt. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Sie findet sowohl in der Berufsschule als auch in den Maskenabteilungen verschiedener Veranstaltungsbetriebe (Theater, Film- oder Fernsehen) statt und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab.

In der Regel arbeiten Maskenbildner und Maskenbildnerinnen entweder festangestellt oder freiberuflich für Film, Fernsehen und Theater. Alternativ können sie einen Fertigungs-, Dienstleistungs- oder Handelsbetrieb in ihrem Fachbereich übernehmen oder einen neuen Betrieb gründen.


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