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Ich mach's! Hauswirtschafter/-in

Mit links und nebenher geht gar nichts. Professionelle Hauswirtschafterinnen oder Hauswirtschafter sind echte Vollzeitmanager mit kniffligen Organisationsaufgaben, Budgetverantwortung und erstaunlich vielseitigen Einsatzgebieten.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Tanja Rohr

Stand: 01.02.2013

Eine Hauswirtschafterin räumt eine Waschmaschine ein | Bild: BR

Planen, einkaufen, kochen, auftischen, abräumen, spülen, putzen, waschen, bügeln, aufräumen – wer einen Haushalt führt, muss tüchtig zupacken und gut organisieren können. Das gilt vermehrt, wenn man das mühsame Geschäft als Hauswirtschafterin oder Hauswirtschafter im großen Stil und beruflich betreibt. Überall dort, wo viele Menschen verköstigt, untergebracht und versorgt werden müssen, kümmern sie sich darum, dass mehrmals täglich gesunde Mahlzeiten auf den Tisch kommen, dass Zimmer geputzt, Betten bezogen, WC und Dusche gereinigt werden und stets gewaschene, gebügelte, tiptop aufgeräumte Wäsche vorhanden ist.

Haushaltsmanager schmeißen den Laden

Zu den klassischen Einsatzgebieten der professionellen Haushaltsmanager zählen beispielsweise Kantinen, Jugendherbergen und Jugendhäuser, aber auch soziale Einrichtungen wie Alten- und Kurheime, Krankenhäuser oder Begegnungs- und Tagungsstätten aller Art. Hier sind sie in der Großküche, in der Wäscherei und im Saal- oder Zimmerdienst beschäftigt.

Haushalten mit Budget und Organisationstalent

Neben den körperlichen Tätigkeiten fallen auch wichtige organisatorische Aufgaben an. Einen Großhaushalt zu schmeißen, heißt nicht zuletzt, mit dem verfügbaren Budget verantwortlich zu wirtschaften und die Kosten im Griff zu behalten. Das setzt detaillierte Kosten- und Einkaufsplanungen, rechtzeitige Nachbestellungen, sachgerechte Lagerung sowie eine präzise Buchführung und vor allem sehr viel Teamfähigkeit voraus. Damit die Versorgung des Großhaushalts reibungslos klappt, müssen Hauswirtschafterinnen mit Küchenhilfen, Servicekräften, Hausmeistern und Verwaltungsangestellten Hand in Hand arbeiten.

Familienanschluss und soziale Kompetenz

Letztlich richten sich Art und Umfang der hauswirtschaftlichen Aufgaben stets nach dem Einsatzort. Wer sich dazu entschließt, statt in einer großen Einrichtung lieber im Privathaushalt zu arbeiten, kommt ohne eine gehörige Portion Sozialkompetenz und "Familientauglichkeit" nicht aus. In diesem Umfeld müssen Hauswirtschafter über die üblichen Tätigkeiten hinaus oftmals auch Kinder betreuen und unter Umständen bei der häuslichen Krankenpflege oder der Versorgung älterer Angehöriger mitwirken. Das setzt voraus, dass sich die Haushalthilfen nahtlos in den Familienalltag einfügen und auf unterschiedlichste Lebenssituationen oder Lebensabschnitte einstellen können.

Neue Einsatzgebiete

Ein Spezialfall ist auch der Einsatz in ländlichen Haushalten, weil hier die Versorgung des Haushalts und der Familie untrennbar mit dem landwirtschaftlichen Betrieb verflochten ist. Auf dem Bauernhof sind Hauswirtschafter auch im Stall und Garten tätig, betreuen Feriengästen oder helfen bei Direktvermarktung im Hofladen sowie bei der Konservierung und Veredlung landwirtschaftlicher Erzeugnisse für den Verkauf.

Die duale Ausbildung zur Hauswirtschafterin bzw. zum Hauswirtschafter dauert drei Jahre. Sie findet im Betrieb und an der Berufsschule oder in einer hauswirtschaftlichen Fachschule statt. Im Anschluss an die dreijährige Lehre können sich Hauswirtschafterinnen durch Seminare oder Lehrgänge Dorfhelferin, Haus- und Familienpflegerin, zur Meisterin der Hauswirtschaft, Fachlehrerin oder hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin weiterbilden. Als Alternative bietet sich die Selbständigkeit im eigenen Betrieb an.


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