ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ich mach's! Florist/-in

Floristen sind Sprachkünstler, Blumensprachkünstler. Sie übersetzen Gefühle in lebendige Farben und Formen, binden die Jahreszeiten zu Sträußen und bringen den Alltag zum Leuchten. Dazu brauchen sie neben Geschmack und Gespür jede Menge Sachverstand.

Stand: 15.02.2013

Eine Floristin stellt einen Strauß Blumen zusammen | Bild: BR

Floristen: Allrounder an der Blumen- und Pflanzenfront

Blumen bedeuten Farbe, Leben und vor allem Vielfalt. Genau so vielfältig sollten Floristinnen und Floristen sein. Sie müssen unterschiedlichen Arten und Formen von Trauerkränzen binden, abwechslungsreiche Braut- und Blumensträuße gestalten oder stilvollen Tafelschmuck zusammenstellen können! Immer möglichst geschmackvoll, auf den Zweck, die Jahreszeit und die Erwartungen der Kunden abgestimmt. Das ist aber noch lange nicht alles. Sie müssen außerdem die Pflanzen im Laden pflegen und versorgen. Das klappt nur, wenn sie neben ihrem Handwerk auch die Theorie beherrschen und wissen, was ihre Schützlinge brauchen. Dazu müssen sie deren Eigenheiten kennen: Wie warm oder wie kühl, wie hell oder schattig sie es mögen, ob sie Zug vertragen, wie sie auf einen Standortwechsel reagieren, welches Wasser, welche Erde, welche Nährstoffe sie benötigen. Auch der Kundenkontakt muss stimmen. Das bedeutet freundlich sein, angemessen und sachkundig beraten, Sonderwünsche erfüllen und für jeden Geldbeutel das richtige Angebot finden.

Freude fürs Auge, Stress für die Haut

Neun von zehn Beschäftigten in diesem Beruf sind weiblich. Die Floristinnen arbeiten mit Schere und Messer - sie müssen dabei Vorsicht walten lassen, so ein Messer rutscht an der feuchten Pflanze leicht ab. Hin und wieder sind schwere Blumenkästen, Pflanzschalen oder Vasen zu heben. Der Beruf verlangt Körperpflege: Meist werden die Fingernägel schwarz und die Hände rissig. Jeden Abend muss also die Nagelbürste ran und die Handcreme oft sogar zweimal am Tag. Im Binderaum herrschen meinst kühle Temperaturen, Blumen mögen es eben nicht so warm.

Mit Geschmack und Köpfchen blüht das Geschäft

Mit dem grünen Daumen alleine ist es nicht getan. Ein guter Florist muss auch rechnen und kaufmännisch denken können. Denn die Ware ist saisongebunden und nur begrenzt haltbar. Blumen dürfen nicht lange lagern, der Bedarf ist daher genau zu kalkulieren. Wichtig auch die Präsentation der Ware: Ein ansprechend gestalteter Verkaufsraum ist das A und O im Fachgeschäft. Langweilig wird es selten. Der Beruf bietet ständig was Neues und auch wechselnde Einsatzorte. Wenn sie Wohnungen, Restaurants, Privat- oder Geschäftsräume dekorieren, müssen Floristinnen und Floristen den Raum und den Anlass erfassen, um den Blumenschmuck optimal anzupassen. Nur mit Schema F ist auf Dauer jedenfalls kein Blumentopf und bestimmt kein Kundenstamm zu gewinnen.

Lange Arbeitstage in der Hochsaison

Die Floristenazubis arbeiten 39 Stunden pro Woche, oft auch samstags. Dafür haben sie dann unter der Woche einen Tag frei. In den Stoßzeiten der Branche sieht es mit der Freizeit allerdings mager aus. An den Kirchenfesten, am Muttertag und am Valentinstag geht es immer hoch her. Und im Wonnemonat Mai haben Floristen sowieso Hochsaison: Auf diesen Monat fallen neben dem Muttertag besonders viele Hochzeiten, und außerdem beginnt die Pflanzzeit für Balkonblumen. Da kommt der grüne Daumen bisweilen gehörig ins Rauchen.


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