ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ich mach's! Fliesen-, Platten-, Mosaikleger/-in

Gute Fliesenleger, so heißt es, denken mit den Händen. Tatsächlich braucht es viel Fachwissen und handwerkliches Können, bis Fliesen aus Keramik, Glas oder Kunststoff tadellos flach liegen. Selbstständigen wird der Start erleichtert, denn der Meisterzwang ist vor ein paar Jahren entfallen.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer

Stand: 08.05.2012

Fliesenleger bei der Arbeit | Bild: picture-alliance/dpa

Fliesen, Platten und Mosaiken erfüllen drei Bedürfnisse: Sie versiegeln Wände und Böden gegen Feuchtigkeit, sind sehr leicht zu reinigen und zudem schön anzusehen. Sie werden daher überall dort eingesetzt, wo es nass hergeht, wo Hygiene oder ästhetische Gestaltung eine große Rolle spielen. Deshalb kommen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger vor allem in Bädern, in den Sanitärbereichen öffentlicher Einrichtungen, in Großküchen, Laboratorien, Krankenhäusern und Schwimmbädern zum Zug. Häufig verkleiden sie darüber hinaus auch Treppen, Terrassen, Balkone, Säulen oder sogar ganze Gebäudefassaden.

So vielfältig wie die Zwecke sind auch die verwendeten Materialen und Oberflächen. Die umfangreiche Palette reicht von Fliesen aus Keramik oder Glas und Kunststoff bis hin zu Platten aus Natur- und Kunststeinen, Beton oder anderen wasserbeständigen Stoffen. Wo der gestalterische Aspekt im Vordergrund steht, sind farbige Mosaiken aus Stein-, Kunststein- oder Glasstücken eine ansprechende Lösung. Um das aufwendige Verlegen solch kleinteiliger Wand- und Bodenverzierungen zu erleichtern, greifen handwerkliche Mosaizisten zu einem Trick: Statt winziger Steinchen verwenden sie meist industriell vorgefertigte, auf Papier- oder Netzgründe gezogene Mosaikplatten.

Ein Handwerksberuf, der Körper und Geist fordert

Nicht nur Staub und Feuchtigkeit oder Witterungsschwankungen bestimmen den Alltag auf den Baustellen. Das Heben der schweren Baustoffe geht ins Kreuz, viele Arbeiten müssen entweder über Kopf, auf den Knien oder im Hocken erledigt werden. Knieschoner und Schutzbrillen sind daher ebenso unerlässlich wie strengste Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit den unterschiedlichsten Trocken-, Nassschneide- oder Abkantmaschinen.

Neben der nötigen Kraft brauchen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger auch Köpfchen. Schließlich müssen sie vor dem Verlegen genau berechnen, wie viele Fliesen benötigt werden, wie sie aufzuteilen und wie viele Ecken, Nischen, Sockel und Vorsprünge zu berücksichtigen sind, welche Untergründe sie auftragen und welche Mörtel- oder Klebetechnik sie anwenden müssen. In Bädern muss darüber hinaus auch das Gefälle stimmen, damit das Wasser ablaufen kann. Ohne gutes Augenmaß und Präzision sowohl bei den Vorüberlegungen als auch bei der Ausführung geht die Rechnung nicht auf.

Ein zunehmend wichtiger Aspekt beim Neubau oder der Sanierung sind modernste Wärme-, Schall- und Feuchtigkeitsschutzmaßnahmen. Um diesen Ansprüchen zu genügen, bringen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger fachgerechte Dämm- und Grundputze auf und ziehen geeignete Sperrschichten aus Isolierpappe oder Folien ein. Damit tragen sie wesentlich zum Werterhalt von Gebäuden, zum Energiesparen und zum Wohlbefinden der Bewohner bei.

Die Meisterpflicht ist abgeschafft!

Die bundesweit geregelte duale Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger dauert drei Jahre. Sie schließt mit einer Prüfung vor der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer ab. Aufstiegschancen bieten anschließend die Weiterbildung zum geprüften Polier, die Meisterprüfung, die Ausbildung zum Bautechniker oder ein Ingenieurstudium an der Fachhochschule.

Wer über die entsprechende Berufserfahrung und einen Gesellenbrief verfügt, kann sich überdies auch ohne Meistertitel mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen.


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