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Ich mach's! Dachdecker/-in

Was macht ein Haus zum Haus? Natürlich Wände, Türen, Fenster. Außerdem muss ein Schutz obendrauf, damit es nicht hereinregnet. Darum kümmern sich die Dachdecker. Zusätzlich bekleiden sie Außenwände, sorgen für Wärmedämmungen und Schallisolierungen oder installieren Blitzableiter und Solaranlagen.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Dagmar Fuchs (Buch), Christian Körner & Jochen Schlawne (Kamera)

Stand: 01.03.2012

Arbeitsplatz des Dachdeckers | Bild: colourbox.com

Hitze, Kälte, Regen, Wind, Sturzgefahr und schwere Lasten – der Beruf des Dachdeckers ist nichts für Stubenhocker oder Schwindelanfällige. Wer sich von großer Höhe, steilen Dächern und Witterungslaunen nicht abschrecken lässt, findet ein Handwerk, in dem traditionelle und moderne Techniken verschmelzen. Im Zentrum der facettenreichen Tätigkeiten steht nach wie vor das Eindecken von Dächern mit unterschiedlichsten Materialien wie Dachziegeln, Schiefer, Kalkplatten, Holzschindeln, Blech, Kunststoff oder dem regional verwendeten Reet. Bevor die eigentliche Arbeit beginnt, richten die Dachdecker die Baustelle ein, stellen Gerüste auf und sorgen für die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Neben dem herkömmlichen Eindecken ist die Zunft längst für alles zuständig, was im weitesten Sinne mit der Außenhaut eines Hauses zu tun hat: Dachdecker bauen Lichtkuppeln, Dachfenster, Gauben und Dachgullys ein, bringen Dachrinnen, Laufanlagen oder Schneefanggitter an, installieren Blitzschutzanlagen, bereiten Flachdächer für Dachbegrünungen vor und kümmern sich um den Fassadenbau.

Außer der Arbeit am Neubau sind Dachdecker auch für die Sanierung, Reparatur und Wartung alter Dächer und Fassadenbekleidungen zuständig. Als typische Aufgaben fallen hier das Erneuern von Dämmungen, das Ausbessern der Verlattung und des Dachstuhls, das Reinigen von Dachgullys, das Entfernen von Schmutzablagerungen oder das Säubern von Kiesschüttungen auf Flachdächern an.

Dass sich Dachdecker zudem mit unterschiedlichsten Spielarten moderner Solaranlagen auskennen und Sonnenkollektoren oder photovoltaische Elemente montieren, zählt mittlerweile zum selbstverständlichen Leistungsspektrum des Handwerks. Ein zunehmend wichtiges Kompetenzfeld stecken ökologische und energiesparende Techniken der Dach- und Fassadengestaltung ab. Um Bauherren wie auch Hausbesitzer fachgerecht beraten zu können und mit geeigneten Isolier- und Dämmstoffen für den Wärme-, Feuchtigkeits- und Schallschutz neu errichteter oder energetisch sanierter Gebäude zu sorgen, müssen sie in den entsprechenden handwerklichen und bauphysikalischen Gebieten sattelfest sein.

Die nötigen Arbeitstechniken, Material- und Werkstoffkenntnisse erwerben die Auszubildenden in einer dreijährigen dualen Lehre im Betrieb und auf der Berufsschule. Nach der erfolgreich abgelegten Gesellenprüfung können Dachdecker zum Vorarbeiter und Polier aufsteigen oder sich durch ein Studium an der Fachhochschule zum Techniker oder Diplom-Ingenieur weiterbilden. Wer sich mit einem eigenen Betrieb selbständig machen möchte, muss den Meistertitel erwerben oder den entsprechenden Abschluss einer Hochschule bzw. einer Fachschule für Technik vorweisen.


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