ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ich mach's! Bestattungsfachkraft

Früher oder später braucht sie jeder: Bestattungsfachkräfte organisieren Beisetzungen, Bestattungen, Trauerfeiern. Sie kümmern sich um Formalitäten, betreuen Angehörige und sorgen für einen würdevollen Abschied von Verstorbenen.

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Josef Lindner (Buch), Angela Witt & Michael Hermann (Kamera)

Stand: 29.12.2011

Särge | Bild: colourbox.com

Trauer, Tränen, Ratlosigkeit: Der Tod eines Angehörigen ist für die Hinterbliebenen eine ebenso schmerzliche wie fordernde Erfahrung. Sie müssen den Abschied von einem vertrauten Menschen verkraften und zugleich eine Reihe wichtiger Aufgaben meistern. Um den Sarg auszusuchen, die Beerdigung zu organisieren, Behördengänge zu erledigen oder die Traueranzeige zu verfassen, bleibt wenig Zeit. Oft fehlt neben der Kraft dafür auch das nötige Wissen, was zu tun und wer anzusprechen ist.

In dieser schwierigen Situation stehen Bestattungsfachkräfte den Betroffenen zur Seite. Sie holen den Toten im Krankenhaus oder zuhause ab und überführen ihn ins Bestattungsinstitut. Hier werden die Verstorbenen gewaschen, gegebenenfalls - etwa nach verunstaltenden Unfällen - geschminkt eingekleidet und in den hygienekonform vorbereiteten Sarg gebettet. Zusätzlich regeln die Bestatter alle anfallenden Formalitäten, gestalten die Todesanzeige und das Sterbebild, veranlassen das Ausheben, Vorbereiten und Schmücken des Grabes.

Nicht minder wichtig als diese organisatorische Fürsorge ist die einfühlsame Begleitung der Hinterbliebenen. Um solche Trauergespräche angemessen, respektvoll und stützend führen zu können, brauchen Bestattungsfachkräfte psychologische Kenntnisse, Feingefühl, Geduld und professionelle Distanz.

Wie sie den sensiblen Spagat zwischen Beratung, tätiger Unterstützung und feinfühliger Trauerbegleitung bewältigen, lernen die künftigen Bestattungsfachkräfte sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Im Lauf einer dreijährigen Lehrzeit erfahren sie unter anderem, wie sie neben den seelischen auch den körperlichen Belastungen der bisweilen anstrengenden und mitunter heiklen Arbeit professionell begegnen.

Nach dem Abschluss der Lehre arbeiten Bestatter in Bestattungsinstituten oder Überführungsunternehmen, aber auch auf Friedhöfen und in Krematorien. Darüber hinaus können sie in der öffentlichen Verwaltung tätig sein, z. B. in Friedhofsverwaltungen. Weitere berufliche Perspektiven eröffnet die Fortbildung zum Bestattermeister oder zur Bestattermeisterin oder die Gründung eines eigenen Unternehmens.


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