ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ich mach's! Bankkaufmann/-frau

Bankkaufleute sind mit der gesamten Palette von Finanzprodukten vertraut. Sie betreuen Kundenkonten, vermitteln Geldanlagen, Kredite und Versicherungen, sind aber auch für den Wertpapierhandel oder Immobiliengeschäfte zuständig.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber

Stand: 21.09.2012

Kundenberatung in der Bank | Bild: BR

"Bei der Bank arbeiten doch nur Spießer!" Ein häufiges Vorurteil, und noch vor ein paar Jahren hat Felicitas Hoppe auch so gedacht. Heute macht Felicitas selbst bei der Sparkasse in München eine Ausbildung zur Bankkauffrau und ist begeistert. Denn sie hat schon viel gelernt über die Kunden-Beratung, die Kontoführung, die Geld-Anlage und das Kreditgeschäft. Außerdem kommt sie rum in ihrer Bank - von der Wertpapier-Abteilung bis zum "New Banking". Dort laufen alle Fäden von Telefon- und Online-Banking zusammen. Praktische Erfahrungen sammelt Felicitas während ihrer Ausbildung in einer Sparkassen-Filiale. Schon früh dürfen junge Bankkaufleute selbständig ran und am Schalter Kunden bedienen.

Ganz nah am Kunden

Und viele fertige Bankkaufleute bleiben auch erst mal am Schalter im Geschäft mit Privatkunden. Marina Königbauer hat sich etwa für diesen Weg entschieden. In einem schicken Kostüm und mit freundlichem Lächeln steht sie am Schalter einer Sparkassen-Filiale. Egal, mit welchem Anliegen die Kunden zu ihr kommen - Marina hilft gerne weiter, füllt Überweisungen aus, nimmt Einzahlungen entgegen und beantwortet Fragen. Gibt’s am Schalter nicht so viel zu tun, kümmert sie sich um ihren Kundenstamm. Sie betreut über 600 Konten und muss immer mal wieder bei einem Kunden nachfragen, wenn der sein Konto überzogen hat oder seit einiger Zeit keine Zahlungseingänge mehr zu verzeichnen sind.

Verschwiegenheit ist oberstes Gebot

Natürlich muss Marina alles, was sie während ihrer Arbeit mitbekommt, für sich behalten. Im Geschäft mit Geld ist Verschwiegenheit gefragt, es geht um sensible Daten. Marinas Arbeitstag spielt sich im Schalterraum ab - am Schalter, an ihrem Schreibtisch und im Beratungszimmer der Filiale. Dorthin geht sie mit Kunden, die mehr wissen wollen über bestimmte Bankprodukte. Egal ob Geldanlage, Altersvorsorge, Wertpapiere, Bauspar-Verträge oder Versicherungen - Marina kennt sich in allen Bereichen aus und kann ihren Kunden auch komplizierte Einzelheiten erklären.

Hausbank ganz wörtlich: Als Kundenbetreuer vor Ort

Eine Nummer größer geht's bei Florian Stöckl zu. Er ist bei der HypoVereinsbank in München Firmenkunden-Betreuer. Für 70 mittelgroße Unternehmen ist er der erste Ansprechpartner bei allen finanziellen Anliegen. Florian arbeitet nicht am Schalter, er hat ein eigenes Büro. Da ist er aber nicht immer. Einen großen Teil seines Arbeitstages ist er auf Achse, denn als Firmenkunden-Betreuer kommt Florian direkt zu seinen Kunden. Das gehört zum Service dazu. Der Vorteil: Er kann sich ein genaues Bild davon machen, wie seine Kunden arbeiten und wo Beratungs-Bedarf besteht. Außerdem kann Florian seinen Tag selbst einteilen, niemand schreibt ihm vor, wann er wo sein muss.

Maßgeschneiderte Services für Firmenkunden

Florian muss schnell umschalten können und sich in vielen verschiedenen Bereichen auskennen, denn die Bandbreite seiner Kunden reicht von Werbe-Unternehmen bis hin zu Maschinenbauern. Und jeder will was anderes von ihm: Der eine braucht eine Beratung über Auslandsüberweisungen, der andere möchte von Florians Bank einen Kredit, um seine Firma zu erweitern und neue Maschinen zu kaufen. Häufig geht's dabei um Millionen – Florian trägt eine ziemlich hohe Verantwortung. Er muss genau deshalb genau berechnen, welche Angebote er seinen Kunden machen kann.

Beste Aufstiegschancen

Wenn Felicitas Hoppe in einem Jahr ihre Ausbildung hinter sich hat, hat sie viele Möglichkeiten. Wie Marina kann sie in eine Bankfiliale gehen, Firmenkunden betreuen wie Florian, sich aufs Wertpapiergeschäft spezialisieren oder in der Verwaltung der Bank arbeiten. Die Aufstiegs-Chancen für gute Bankkaufleute sind fast unbegrenzt. Felicitas würde sich deshalb auf jeden Fall wieder für die Ausbildung zur Bankkauffrau entscheiden - denn heute weiß sie: "Bankkaufleute sind keine Spießer!"


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