ARD-alpha - Schulfernsehen


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Leben mit HIV "Ich kämpfe, ich will leben!"

Aids ist nach wie vor unheilbar, doch dank eines Medikamentencocktails lässt sich das HI-Virus unter Kontrolle halten. Infizierte haben eine "zweite Chance", doch gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung müssen sie weiterhin kämpfen. Drei Jugendliche erzählen, wie sie mit der Krankheit leben.

Von: Monika Delonge, Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Barbara Weber

Stand: 23.11.2011

Leben mit HIV | Bild: BR

Noch immer ist die Angst HIV-positiver Kinder und Jugendlicher groß, dass die Gesellschaft sie ausgrenzt und mit dem Finger auf sie zeigt. Um dem entgegen zu wirken, erzählen in diesem Film drei mit dem Virus infizierte Jugendliche, wie es ist, mit der Krankheit zu leben. "Semir", "Piccolo" und "Tom" sind nicht ihre richtigen Namen. Um die drei zu schützen, werden ihre Gesichter nicht gezeigt, ihre Stimmen hören wir nicht. Schauspieler und Sprecher springen für sie ein.

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Da ist Semir, 10 Jahre alt. Vor zwei Jahren erfuhr er, dass er HIV-positiv ist. Bei seiner Geburt wurde er von der Mutter angesteckt. Damit die Krankheit AIDS nicht ausbricht, muss er seit frühester Kindheit regelmäßig Medikamente schlucken. Semirs bester Freund ist über dessen Krankheit informiert und geht sehr gelassen damit um. Darüber ist Semir froh, denn er weiß nur zu gut, dass HIV-Kranke oft ausgeschlossen werden. Sein größter Wunsch ist es, wie ein ganz normaler Mensch behandelt zu werden.

Piccolo ist 13 Jahre alt. Auch er wurde von seiner Mutter infiziert. Da sie nicht mehr lebt, bleiben viele seiner Fragen unbeantwortet. Er würde seinen Freunden gerne erzählen, dass er HIV-positiv ist. Aber Piccolo und seine Tante fürchten, dass die Eltern der Kumpels dafür kein Verständnis haben und es ihren Kindern nicht mehr erlauben, mit ihm zu spielen. Piccolo weiß: Viel zu viele Menschen wissen über HIV/AIDS kaum Bescheid. Er schildert daher eindrucksvoll, wie sich ein Leben mit dem gefährlichen Virus anfühlt. Seine Botschaft an die Mitmenschen: "Ich kämpfe, ich will leben! Und ich will euren Respekt, nicht euer Mitleid!"

Tom wurde bei seiner Geburt durch eine Bluttransfusion infiziert. Der 17-Jährige erzählt, wie er mit zehn Jahren eher zufällig davon erfuhr. Er berichtet, welche Wut er auf seine Mutter hatte, die ihn so lange im Unklaren über seine Krankheit ließ; auf die Ärzte, ohne deren Versagen er ein gesunder Junge geworden wäre. Anfangs wollte Tom aufgeben, in der Schule nicht mehr lernen, er drohte seine Medikamente abzusetzen. Inzwischen hat er aber gelernt die Krankheit zu akzeptieren und ist bereit, für seine Träume zu kämpfen.

Seit einiger Zeit träumt Tom vom Leben mit einer Freundin. Doch er wagt es nicht, sich zu verlieben. Es gibt zu viele Fragen: Muss er gleich zu Beginn einer Beziehung von der Krankheit erzählen? Wie soll er es sagen? Wie wird die Freundin damit umgehen? Wie sieht eine gemeinsame  Zukunft aus? In der Sendung wendet sich Tom an die Zuschauer und fragt: "Was machst du, wenn du dich in einen Menschen verliebst, der HIV-positiv ist?"


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