ARD-alpha - Schulfernsehen


2

Wellen von Licht und Luft Über Leben und Werk des Heinrich Hertz

Mit seinen Forschungen beweist der deutsche Physiker Heinrich Hertz (1857-94) die Existenz der von James C. Maxwell (1831-79) vorhergesagten elektromagnetischen Wellen und zeigt, dass sie sich wie Licht ausbreiten. Hertz ist der Begründer der Funktechnik, die das 20. Jahrhundert entscheidend prägt.

Von: Kartin Tiaden & Eckhard Huber, ein Film von Franz Deubzer

Stand: 04.05.2012

Heinrich Hertz | Bild: picture-alliance/dpa

Heinrich Hertz wird 1857 als Sohn eines wohlhabenden Hamburger Rechtsanwalts geboren, der später zum Justizsenator aufsteigt. Der Junge ist nicht nur intellektuell hoch begabt, er zeigt auch beachtliche handwerkliche Fähigkeiten und arbeitet als Schüler begeistert in einer Schreinerwerkstatt mit. Nach dem Abitur 1877 zieht er nach München, um Maschinenbau zu studieren. Von Zweifeln geplagt wendet er sich der Physik zu.

"Es tut mir manchmal leid, dass ich nicht früher gelebt habe, wo es noch so viel Neues gab. Ich glaube nicht, dass noch leicht etwas gefunden werden kann, was so umgestaltend auf die ganze Anschauungsweise einwirkt wie in jener Zeit, wo Teleskop und Mikroskop noch neu waren."

Heinrich Hertz

Heinrich Hertz strebt nach beruflichem Erfolg und wird nach einem exzellenten Examen bald Professor in Karlsruhe. Er heiratet Elisabeth Doll, die Tochter eines Kollegen.

Die große Frage: Gibt es elektromagnetische Wellen?

PDF-Download

Der Physiker James Maxwell (1831-1879) hatte behauptet, dass sich das Licht und andere Energien in Wellen ausbreiten. Jahrzehntelang bleibt die Vermutung unbewiesen. 1886 gelingt Heinrich Hertz der Nachweis. Im Film wird mit alten Geräten sein Experiment nachvollzogen: Strom überspringt eine winzige Strecke zwischen zwei Metallkugeln, die die Enden eines kreisförmigen offenen Metallbügels bilden. Heinrich Hertz zeigt, dass ein Sender elektromagnetische Energie abstrahlen und ein Empfänger, also eine Antenne, diese Energie aufnehmen kann, ohne dass beide durch Kabel oder Drähte miteinander verbunden sind.

Dieser Versuch macht Heinrich Hertz berühmt, die moderne Physik erhält einen entscheidenden Schub. 1889 wechselt Hertz von Karlsruhe nach Bonn. Er arbeitet viel, muss aber bald feststellen, dass seine körperlichen Kräfte nachlassen. 1893 hält er seine letzte Vorlesung. "Wenn mir wirklich etwas geschieht", sagt er, "so sollt ihr nicht trauern, sondern ein wenig stolz sein, dass ich dann zu den besonders Auserwählten gehöre, die nur kurz leben und doch genug leben. Dies Schicksal hab ich mir nicht gewünscht, aber wo es mich getroffen, muss ich zufrieden sein. Und wenn mir die Wahl gelassen wäre, würde ich es vielleicht selbst gewählt haben.” Am Neujahrstag 1894 stirbt Heinrich Hertz mit 36 Jahren an Blutvergiftung.


2