ARD-alpha - Schulfernsehen


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Ein Tier ist kein Spielzeug Haustiere halten

Die Nähe des Kindes zur Natur beschrieb schon Sigmund Freud. Irgendwann kommt der Tag, an dem es sich ein Haustier wünscht. Doch die Anschaffung muss gut durchdacht sein, denn nicht jedes Tier passt in jede Familie.

Von: Ein Film von Andreas Poteschil

Stand: 14.12.2012

Eine Katze auf dem Arm von einem Kind | Bild: BR

Das Kind und die Freude am Tier

Viele Kinder wünschen sich ein Haustier. Bei richtiger Auswahl und artgerechter Haltung wirken sich Tiere - das bestätigen Pädagogen - positiv auf die Entwicklung von Kindern aus. Im Umgang mit Tieren erfahren sie, dass auch andere Lebewesen Bedürfnisse und Erwartungen haben. Wenn Kinder ihren Liebling versorgen, füttern und saubermachen, übernehmen sie Verantwortung. Das steigert das Selbstwertgefühl. Und sind die Kleinen mal traurig, steht das Haustier als Seelentröster bereit. Im Idealfall vermittelt ein kuscheliger Vierbeiner Respekt vor unseren Mitgeschöpfen und die oft unreflektierte Grausamkeit mancher Kinder gegenüber "hässlichen Kreaturen" wie Würmern, Spinnen oder Käfern nimmt ab. Eltern müssen ihre Sprösslinge überwachen, beraten und unmissverständlich klarmachen, dass Tierhaltung und Pflichterfüllung eng miteinander verbunden sind.

Welches Tier für wen?

Eine Umfrage an einer Münchner Grundschule lässt keine Zweifel: Hund, Katze und Kaninchen sind die Lieblinge der Heimtierhalter. Hunde spielen gern, sie sind geduldig und gehorchen auch Kindern. Doch Hunde brauchen Auslauf, Gassi gehen ist ein Muss. Überdies gibt es immer wieder gefährliche Reizsituationen und andere Missverständnisse in puncto Verständigung zwischen Mensch und Hund. Wir blicken einem "Hundeflüsterer", der eine Familie berät, über die Schulter.

Katzen sind hervorragende Spielgefährten. Sie schmusen gern, lassen sich streicheln, sind aber robust genug, ein Stoppzeichen zu setzen, wenn ihnen der Trubel zu viel wird. In der Stadt, wo man Natur nur mehr aus zweiter Hand erlebt, benötigen Katzen zumindest einen Kratzbaum und einen netzgesicherten Balkon.

Auch Kaninchen sind für Kinder geeignet. Sie sind anschmiegsame, gesellige Tiere, doch man braucht mindestens zwei, sonst vereinsamen sie. Ein weiterer Nachteil: Kaninchen sind knabberfreudig und machen auch vor Elektrokabeln nicht Halt. Von Schlangen, Ziervögeln und Fischen raten Haustierexperten ab, denn Kinder möchten mit Tieren schmusen und herumtollen.

Tierhaltung ist eine Verpflichtung

Wer ein Auto oder eine Küche benötigt, lässt sich beraten, recherchiert im Internet oder wälzt Kataloge. Tiere werden nicht selten spontan erworben. Folge des übereilten Kaufs sind überfüllte Tierheime. Die Sendung zeigt, dass Haustiere tägliche Zuwendung und Fürsorge benötigen. Ein Tier kann Arztkosten verursachen, manchmal ist eine Versicherung nötig und auch der richtige Umgang - Stichwort Hundekurs - will geübt sein. Wer dazu nicht bereit ist, sollte die Finger von Haustieren lassen.


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