ARD-alpha - Schulfernsehen


3

Eine Zeitreise zum Grundgesetz Die Gleichberechtigung von Mann und Frau

Herrenchiemsee 1948: Margarete begleitet ihren Vater zum Verfassungskonvent - als eine Zeitmaschine sie ins Jahr 2009 katapultiert. Nun will sie wissen, ob das Grundgesetz tatsächlich Basis des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland wurde.

Von: V. Eklkofer & S. Demmelhuber, ein Film von N. Volpert

Stand: 17.05.2013

Spielszene: Margarete auf Herrenchiemsee bei der Beratung über das Grundgesetz | Bild: mdr

Der deutsche Weststaat wird vorbereitet

Im Jahr 1948 ist der Ost-West-Konflikt längst im Gange. Zwei "Blöcke", geführt von den USA und der Sowjetunion, formieren sich. Auch die Spaltung des im Zweiten Weltkrieg besiegten Deutschland zeichnet sich ab. Aus den Besatzungszonen der Siegermächte USA, Großbritannien und Frankreich soll ein westdeutscher Staat geformt werden. Im Auftrag der Militärgouverneure rufen die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder den Parlamentarischen Rat ins Leben, der eine Verfassung erarbeiten soll. Um zu betonen, dass ein deutscher Weststaat nur eine Übergangslösung auf dem Weg zur deutschen Einheit ist, soll das Gesetzeswerk aber "Grundgesetz" heißen. Im August 1948 beginnen in einem vorbereitenden Ausschuss auf der Insel Herrenchiemsee die Beratungen. Ab September tagt der Parlamentarische Rat in Bonn und legt am 8. Mai 1949 das Grundgesetz vor. Am 23. Mai wird es verkündet und tritt in Kraft.

Abenteuer Verfassung - Margarete auf Herrenchiemsee

PDF-Download

Beim Treffen führender Politiker und Staatsrechtler auf Herrenchiemsee setzt die Spielhandlung der Sendung ein. Die Schülerin Margarete darf ihren Vater, einen Journalisten, auf die Insel begleiten. Sie erlebt, wie die "Väter des Grundgesetzes" um Formulierungen ringen und vor allem darauf Wert legen, dass die Grundrechte in der freiheitlich-demokratischen Ordnung garantiert sind.

Konsequenzen aus dem Scheitern der Weimarer Republik

Die Verfassung der Weimarer Republik hatte es den Nationalsozialisten ab 1933 leicht gemacht, die Grund- und Menschenrechte auszuhebeln. Im Grundgesetz soll nun jede staatliche Gewalt inklusive Gesetzgebung an den Grundrechtskatalog gekoppelt werden. Margarete hört die Verfassungsexperten murmeln: "Die Würde des Menschen ist unantastbar", "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit", "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich", "Männer und Frauen sind gleichberechtigt"…

Margaretes Reise in die Zukunft

Schließlich wird es Margarete zu langweilig. Sie verlässt den Sitzungsraum und erkundet das Haus. Als sie versucht, den Speiseaufzug zu reparieren, verwandelt sich dieser in eine Zeitmaschine und versetzt sie ins Jahr 2009. Hier findet gerade ein Wissenschafts-Girls Day statt. Fasziniert lauscht Margerate dem Vortrag der ESA-Astronautin Claudine Haigneré. "Mädchen", rät die Karrierefrau, "bringt euch ein, nutzt eure Chancen".

Wie steht es um die Gleichbehandlung?

Zur Folge 2

UNICEF-Juniorbotschafter Ronny und Janaya mit einem Denkzettel für Kinderrechte | Bild: MDR zum Artikel Eine Zeitreise zum Grundgesetz Die Rechte der Kinder

Mittels Zeitmaschine reist Margarete aus dem Jahr 1948, als gerade das Grundgesetz entsteht, in unsere Tage. Sie will wissen, ob der Grundrechtskatalog Kinder ausreichend schützt. [mehr]

Nun ist Margaretes Interesse geweckt. Sie erinnert sich, wie 1948 im Parlamentarischen Rat um den Artikel 3 des Grundgesetzes gerungen wurde. Unerwartet erhält sie die Chance, als Reporterin zu arbeiten. Sie soll herauszufinden, was sich in den Jahren zwischen 1948 und 2009 auf dem Feld der Gleichberechtigung von Frauen und Männern getan hat. Margarete spricht mit Jugendlichen über Berufswahl und Karrieremöglichkeiten und erkundigt sich bei Behinderten nach Gleichbehandlung im Alltag. Außerdem denkt sie laut darüber nach, ob Jugendliche, die sich Tag für Tag an hinterhältigen Mobbingaktionen beteiligen, schon einmal etwas vom Artikel 3 unseres Grundgesetzes gehört haben.


3