ARD-alpha - Schulfernsehen


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Haustiere und ihre wilden Verwandten Goldfische

Die Karriere der Goldfische begann im Boudoir. Um sich die Pompadour gewogen zu halten, schenkte Ludwig XV. seiner Mätresse einige aus China importierte Prachtexemplare. Das Beispiel machte Schule. Erst im Adel, dann im Bürgertum. Heute ziehen Goldfische in zahllosen Aquarien und Teichen ihre Bahnen.

Von: Horst Wisniewski, ein Film von Kati Hötger

Stand: 27.04.2012

Goldfische | Bild: colourbox.com

Vor rund 1.000 Jahren war der chinesische Gouverneur Ting Yent-san von den in seinem Teich gefangenen "goldenen" Fischen so begeistert, dass er sie unter seinen persönlichen Schutz stellte. Unter Strafe war es verboten die Fische zu fangen oder gar zu verspeisen. Nur buddhistische Mönche durften sie füttern. Goldfische wurden zu einer Kostbarkeit des Adels. Erst 600 Jahre später brachten deutsche Forschungsreisende den Goldfisch auch nach Europa.

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In den vergangenen Jahrhunderten wurden Goldfische in den verschiedensten Formen und Farben gezüchtet. Dies wird erleichtert durch die Tatsache, dass bei den Nachkommen der Karpfenartigen oft viele unterschiedliche Variationen auftreten. Heute leben in Deutschland etwa 20 Millionen Goldfische als Haustiere.

Goldfische stehen auch im Dienste der Wissenschaft. So untersucht man an der Universität Mainz das Farbensehen der Fische. Weil ihr Farbunterscheidungsvermögen dem des Menschen ähnelt, hofft man so Erkenntnisse über das humane Farbensehen zu gewinnen. Daneben werden Goldfische als Tester für verschmutztes Wasser eingesetzt. Dabei müssen sie in dem zu untersuchenden Wasser zwei Tage überleben. Obwohl dabei viele Testfische langsam und qualvoll verenden, gibt es bislang für diesen gesetzlich vorgeschriebenen Test noch keine praxistaugliche Ersatzuntersuchung.

Leider werden - aus welchen Gründen auch immer – Goldfische regelmäßig in unseren Gewässern ausgesetzt. Hier vermehren sie sich und werden für die heimischen Fische zu ernsthaften Nahrungskonkurrenten. Günstiger ist es, den Tieren im Haus die nötigen Lebensbedingungen zu schaffen und sie bei Krankheit etwa durch Akupunktur entsprechend behandeln zu lassen.


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