ARD-alpha - Schulfernsehen


2

Mit dem Wasser leben (2) Schweiz – Ein Gletscherforscher im Wallis

Gletscher sind das Sahnehäubchen jeder Alpenpostkarte. Wenn sie weiterhin so rapide schmelzen, steht indes mehr als nur die Optik auf dem Spiel: Das Schwinden der Gletscher gefährdet die Stabilität der Gebirge und stört den Wasserhaushalt seines Umfelds. Dadurch drohen irreparable Umweltschäden.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Jürgen Bevers

Stand: 13.01.2012

Alpenpanorama im Kanton Wallis mit Gornergletscher | Bild: picture-alliance/dpa

Im Schweizer Kanton Wallis, inmitten schneebedeckter Alpengipfel, lebt und arbeitet der Gletscherforscher Benedikt Schnyder. Seit 35 Jahren beobachtet und vermisst der Glaziologe im Auftrag des Kantons sechzehn Gletscher, um jede noch so geringe Veränderung der Eisbeschaffenheit zu dokumentieren.

Einige dieser regelmäßigen Sondierungen lassen sich per Helikopter, ausgerüstet mit Fernglas und Fotokamera, erledigen. Für die entscheidenden Arbeiten muss der Forscher dann doch die Steigeisen unterschnallen und zum Eispickel greifen, um sein kaltes Labor zu Fuß aufzusuchen.

Ungefährlich sind diese durch Gletscherspalten, Lawinen und Eisabbrüche erschwerten Erkundungsgänge nicht. Aber erst vor Ort, oben im Eis, kann er jene alarmierenden Befunde sichern, die viele Zeitgenossen und vor allem viele Politiker am liebsten verdrängen würden. Dabei lassen die in mühseliger, langjähriger Kleinarbeit untermauerten Erkenntnisse des Wissenschaftlers nur einen Schluss zu: Dass die Gletscher im Wallis wie auch anderswo immer schneller schmelzen, ist kein banales Naturereignis, sondern die fatale Folge einer von Menschen verursachten Erderwärmung. Schnyders Fazit ist deutlich: Wenn es nicht gelingt, diese bedrohliche Entwicklung zu bremsen, werden wir künftigen Generationen irreparable Umweltschäden hinterlassen.

Informationen zur Sendereihe

Flüsse, Seen, Meere - Wasser prägt Europa und seine Menschen. So vielfältig das unverzichtbare Lebenselixier Wasser die Europäer beeinflusst, so unterschiedlich ist der Umgang mit dem nassen Element. Und die rasante weltweite wirtschaftliche Entwicklung mit ihren ökologischen und kulturellen Folgen verlangt immer häufiger Veränderungen - eine enorme Herausforderung für alle Beteiligten und die Natur.

Die vier Folgen der Reihe "Mit dem Wasser leben" widmen sich ökologischen Aspekten und zeigen an verschiedenen Beispielen, wie eng das Wasser mit dem alltäglichen Leben verknüpft ist. Wir benutzen es als Transportmedium, als Trinkwasserquelle oder zur Energieerzeugung und beginnen erst allmählich zu ahnen, wie anfällig und schutzbedürftig die scheinbar grenzenlos verfügbare Ressource ist. Neben dem Nutzen birgt das Leben mit dem Wasser jedoch auch zahlreiche Risiken. So müssen sich etwa die Niederländer von jeher mit großem technischem und finanziellem Aufwand gegen Hochwasser und Überflutungen schützen.


2