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Gethsemanekirche Das Ende der Eiszeit im Oktober 1989

Herbst 1989: In der Ostberliner Gethsemanekirche protestieren Widerständler gegen die Willkür des DDR-Regimes. Ihre Mahnwachen finden rasanten Zulauf. Am 7. Oktober schlägt der Staat zu: Die Demonstranten werden eingekesselt, verprügelt, verschleppt. Die Kirche steht unter Belagerung.

Von: V. Eklkofer und S. Demmelhuber; ein Film von H. Sparschuh

Stand: 24.10.2011

Pressekonferenz in der Gethsemanekirche | Bild: BR

Die Berliner Gethsemanekirche, ein 1893 eingeweihter, wuchtiger Klinkerbau, war während der deutschen Revolution im Herbst 1989 eine bedeutende Zentrale des Widerstands gegen die SED-Diktatur. Hier begann eine Gruppe junger Oppositioneller Anfang Oktober eine Mahnwache. Für Inhaftierte wurden Kerzen entzündet, Fastenaktionen gestartet. Bald strömten zahlreiche DDR-Bürger zur Kirche, Volkspolizisten und Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit versuchten sie daran zu hindern.

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Am 7. Oktober 1989 spitzte sich die Situation zu: Vor der Gethsemanekirche wurde ein Demonstrationszug von der Polizei eingekesselt, die Sicherheitskräfte prügelten auf die Menschen ein, Hunderte wurden in Gefängnisse verschleppt. Erst als am 9. Oktober bei einer großen Demonstration in Leipzig der Einsatzbefehl für die Sicherheitsorgane ausblieb, entspannte sich die Lage auch in Berlin. Die Belagerung der Gethsemanekirche wurde aufgehoben.

Landesweit wuchs nun die Zahl der Menschen, die für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen. Das verunsicherte SED-Regime konnte den Flächenbrand nicht mehr eindämmen. Am 9. November 1989 kam es zur Maueröffnung. Die Sendung erinnert an die dramatischen Ereignisse im Herbst 1989 und lässt einstige Aktivisten der DDR-Bürgerbewegung zu Wort kommen.


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