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Geomorphologie Verkarstungen in der Schwäbischen Alb

Die Schwäbische Alb ist mit der Fränkischen Alb das größte zusammenhängende Karstgebiet Deutschlands. Wo sich Kalke mit der Zeit auflösten und Wasserläufe in den Untergrund verlagerten, entstanden faszinierende Höhlen und Dolinen.

Von: Ein Film von Helmuth Stromeyer

Stand: 28.03.2013

Besucher in der Charlottenhöhle | Bild: picture-alliance/dpa/Harry Melchert

Formbildung durch Lösung

Die Entstehung von Karstformen ist ein wichtiger Forschungsgegenstand der Geomorphologie. Zur Verkarstung kommt es, wenn sich Gestein durch ein Zusammenspiel von chemischen Prozessen und mechanischer Wasserbewegung löst. Säurehaltiges Frischwasser dringt ein, verbrauchtes Wasser fließt ab. Das Gestein wird beansprucht, es kommt zur Korrosion. Sie kann oberflächlich durch Regen oder Schmelzwasser ihre Wirkung entfalten, aber auch von innen, wenn Wasser durch Klüfte, Spalten oder Risse eindringt. Kalkstein ist für solche Lösungsvorgänge besonders anfällig.

Typische Karstformen, die in verschiedenen Größenordnungen auftreten können, sind Höhlen, Mulden, Täler und Becken. Charakteristisch sind auch Dolinen. Diese trichter- bzw. kesselförmigen Einsenkungen in die Gesteinsoberfläche können einen Durchmesser von mehreren hundert Metern haben.

Der poröse Karst der Schwäbischen Alb

Die Schwäbische Alb ist 220 Kilometer lang und bis zu 40 Kilometer breit. Sie erstreckt sich vom Hochrhein nach Nordosten bis zum Nördlinger Ries. Mit Erhebungen bis zu 900 Metern ist die Alb die oberste und letzte Stufe des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Auf ihr verläuft die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Es stehen hier die hellen Kalke des Weißjura an. Da kohlesäurehaltiges Wasser dieses Gestein zu lösen vermag, verändert das Gesteinspaket und damit die Geländeoberfläche fortwährend die Formen der Schwäbischen Alb.

Unterirdische Karstgewässer

Unter der Erde ist im Laufe der Zeit ein dichtes Netz von Wasseradern entstanden, denn Wasser drang von oben her in Risse und Brüche ein und erweiterte sie zu Klüften und Spalten. So wurde die oberirdische Entwässerung mehr und mehr in den Untergrund verlegt. Hier leistet das Wasser andauernd Lösungsarbeit.


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