ARD-alpha - Schulfernsehen


13

Geomorphologie Flusslandschaften - Der Alpenrhein

Fließgewässer haben eine formbildende Kraft, sie prägen das Gesicht der Erde. Am Beispiel des Alpenrheins wird gezeigt, welche Rolle der Wasserlauf bei der Entstehung und Entwicklung einer Landschaft spielte.

Stand: 01.03.2013

Der Rheinfall bei Schaffhausen in der Schweiz | Bild: picture-alliance/dpa

Die Aufgabe der Geomorphologie

Die Geomorphologie, ein Teilgebiet der Geographie, beschäftigt sich mit dem Relief der Erde. Sie spürt den vielfältigen Formen der Erdoberfläche, ihrer Entstehung und Veränderung nach. Um landschaftsökologische Zusammenhänge richtig einzuschätzen, werden Klima, Vegetation und Materialien in einem Raum ebenso betrachtet wie die Einflussnahme des Menschen.

Ein Blick auf "Vater Rhein"

Eine bedeutende formbildende Kraft auf der Erdoberfläche ist fließendes Wasser. Grund genug, den Rhein unter die Lupe zu nehmen. Mit einer Länge von 1.320 Kilometern ist er der längste Fluss Westeuropas.

Ein kleiner Bergsee im Herzen der Schweizer Alpen ist der Ursprung des Rheins: der Tomasee auf 2.345 Metern Höhe im Oberalp-Gebiet im Bündner Oberland. Von den umliegenden Bergen fließen einige Bächlein herab, treffen sich im Tomasee und machen sich dann - als Vorderrhein - auf den Weg in Richtung Nordsee. Bei Reichenau vereinigt sich der Vorderrhein mit dem Hinterrhein, der am Rheinwaldhorn in den Adula-Alpen entspringt, um dann als Alpenrhein dem Bodensee zuzufließen. Von hier strömt der Rhein dann weiter. Größte "Klippe" ist dabei der etwa 24 Meter hohe "Rheinfall" von Schaffhausen.

Nun geht es nach Westen bis Basel (Hochrhein), dann nach Norden durch die Oberrheinische Tiefebene bis Mainz (Oberrhein), darauf westlich am Rheingau entlang, von Bingen ab nach Nordwesten. Schließlich durchbricht der Rhein das Rheinische Schiefergebirge, eine burgenreiche Weinbaugegend (Mittelrhein). Bei Bonn tritt der Rhein in das norddeutsche Flachland ein (Niederrhein). Auf niederländischem Gebiet - ab Emmerich - verzweigt er sich und bildet mit der Maas ein ausgedehntes Delta. Und dann wird es auch mit der Namensgebung etwas komplizierter, weil der Rhein von nun an keinen einheitlichen Verlauf mehr besitzt. Hauptmündungsarm ist der Waal, der nach seiner Vereinigung mit der Maas Merwede, Noord und Nieuwe Maas genannt wird und als Nieuwe Waterweg in die Nordsee mündet.

Ein Fluss prägt das Landschaftsbild - der Alpenrhein

Der Alpenrhein beginnt mit dem Zusammenfluss von Hinter- und Vorderrhein bei Reichenau. Das breite Tal des Alpenrheins weist sogenannte Toma auf. Es handelt sich dabei um kegelförmige Berge, die Reste eines Bergsturzes sind. Die Anhäufung von Trümmern und das harte Gestein machten es dem Wasserlauf schwer, sich hindurchzuarbeiten.

Stromabwärts fließt der Alpenrhein in einem breiten Bett. Unterhalb von Landquart zeigt sich die Landschaftsveränderung durch das Eingreifen des Menschen besonders deutlich. Der Fluss wurde begradigt, die Ufer sind stark befestigt. Als der Alpenrhein noch ein ungebändigter Strom war, siedelten die Anwohner auf den breiten Schwemmfächern, die sich von den Seitentälern her aufbauten. Heute reichen Neubau- und Industrieansiedlungen bis hinunter an den Fluss. Die ursprüngliche Flusslandschaft mit wechselnden Flussläufen und überschwemmten Auwäldern gibt es nicht mehr.


13