ARD-alpha - Schulfernsehen


1

Mit dem Wasser leben (1) Der Genfer See – Das Gedächtnis der Alpen

Der Genfer See versorgt nicht nur Millionen Menschen mit Wasser. Die Sedimente des Seegrunds speichern zudem Jahrtausende alte Klimadaten. Ein Forscherteam der Universität Genf versucht, dieses "Gedächtnis der Alpen" auszulesen.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Bernhard Pfletschinger

Stand: 29.12.2011

Der Genfer See  | Bild: picture-alliance/dpa

Der Genfer See ist Europas größtes Trinkwasser-Reservoir und versorgt seit 150 Jahren Millionen von Anwohnern. Etwa 80 Millionen Kubikmeter jährlich werden dazu aufbereitet und in die Versorgung eingespeist. Das Seebecken selbst ist vergleichsweise jung: Ein Gletscher hat es während einer Eiszeit vor etwa 18.000 Jahren ausgegraben und auf seinem Rückzug mit Schmelzwasser gefüllt. Seither halten zahlreiche Zuflüsse aus dem Wallis und unter anderem auch die Rhône den Pegel aufrecht.

PDF-Download

Unterlagen zum Download | Bild: colourbox.com zum Download Der Genfer See Informationen für Lehrer und Schüler

Fakten, didaktische Hinweise, Literatur und Links zum Thema - alles was man für den Unterricht braucht. [mehr]

Die Reinhaltung dieses Vorratsspeichers ist eine existenzielle Notwendigkeit. Jede Verschmutzung gefährdet die Wasserqualität und hinterlässt dauerhafte Spuren. Professor Walter Wildi, Leiter des Institutes F.-A. Forel der Universität Genf, wertet diese unbestechliche Naturdatenbank seit Jahren aus. In den Sedimenten auf dem Grund des Sees suchen er und sein Forscherteam nach Hinweisen auf Klimaveränderungen und die Folgen menschlicher Eingriffe in die Umwelt. Dabei ist ein bedrohlicher Trend unübersehbar: Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden die Schadstoffeinträge durch den rasanten industriellen Fortschritt immer versteckter - und folgenreicher.

Informationen zur Sendereihe

Flüsse, Seen, Meere - Wasser prägt Europa und seine Menschen. So vielfältig das unverzichtbare Lebenselixier Wasser die Europäer beeinflusst, so unterschiedlich ist der Umgang mit dem nassen Element. Und die rasante weltweite wirtschaftliche Entwicklung mit ihren ökologischen und kulturellen Folgen verlangt immer häufiger Veränderungen - eine enorme Herausforderung für alle Beteiligten und die Natur.

Die vier Folgen der Reihe "Mit dem Wasser leben" widmen sich ökologischen Aspekten und zeigen an verschiedenen Beispielen, wie eng das Wasser mit dem alltäglichen Leben verknüpft ist. Wir benutzen es als Transportmedium, als Trinkwasserquelle oder zur Energieerzeugung und beginnen erst allmählich zu ahnen, wie anfällig und schutzbedürftig die scheinbar grenzenlos verfügbare Ressource ist. Neben dem Nutzen birgt das Leben mit dem Wasser jedoch auch zahlreiche Risiken. So müssen sich etwa die Niederländer von jeher mit großem technischem und finanziellem Aufwand gegen Hochwasser und Überflutungen schützen.


1