ARD-alpha - Schulfernsehen


4

Zu wild fürs Kinderzimmer Fuchs Boris sucht ein Zuhause

Füchse sind keine Haustiere. Das muss Nick erst lernen. Als ihm ein Jungfuchs zuläuft, will er ihn behalten. Doch seine Hunde kommen damit nicht zurecht. Der Fuchs erst recht nicht. Nick muss eine schwere Entscheidung treffen.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Frank Koschewski

Stand: 29.04.2013

Fuchs Boris sucht ein Zuhause | Bild: mdr

Der neunjährige Nick ist ein typisches "Landei". Er wächst auf einem Hof in Sachsen mit Pferden, Hasen und mehreren Hunden auf. Seine Mutter ist Dackelzüchterin und Nick hilft ihr gern bei der Betreuung der Welpen. Eines Tages bringt die Mutter einen etwa fünf Wochen alten Jungfuchs, der vermutlich aus einer Pelztierfarm stammt, nach Hause. Zu DDR-Zeiten wurden Füchse, Nutrias sowie andere Felltiere für die Pelzindustrie gezüchtet und fristeten in schäbigen, kleinen Käfigen ihr Dasein. Nach der Wende mussten viele Betriebe schließen, weil sie nicht mehr rentabel waren. Pelztierhaltung ist aber noch heute in Ostdeutschland verbreitet.

Ein Fuchs als Haustier, kann das gutgehen?

Nick und Boris

Nick und seine Mutter nennen den kleinen Fuchs Boris, sie beschließen, ihn bei sich aufzunehmen. In der fremden Umgebung wirkt Boris zunächst sehr verunsichert, doch Nick kümmert sich liebevoll um ihn. Er weiß, dass viel Geduld nötig ist, um eine Freundschaft zu dem scheuen Wildtier zu entwickeln.

Eine Abfuhr von der Dackeldame

PDF-Download

Nach und nach wird Boris zutraulicher. Nick und seine Mutter testen, ob er sich mit den Dackeln auf dem Hof verträgt. Den Anfang macht die Dackeldame Daisy, doch schon der erste Kontakt zwischen den beiden Vierbeinern ernüchtert Nick. Daisy und die anderen Hunde verhalten sich ablehnend. Ließe man sie mit Boris allein, gäbe es wohl scharfe Angriffe. Mit dem Hund des Nachbarn, einem uralten Beagle, freundet sich Boris dagegen an.

Zu wild fürs Kinderzimmer

Um Raufereien zu vermeiden, bekommt Boris, der nun schon seit zwölf Wochen auf dem Hof lebt, ein stabiles Gehege. Doch er fühlt sich darin nicht wohl und versucht immer wieder - vergeblich - auszubrechen. Nick will dem kleinen Fuchs das Leben erleichtern, nimmt ihn in sein Kinderzimmer mit und verhätschelt ihn wie ein Kuscheltier. Vergeblich versucht er Boris zu dressieren, doch der Fuchs hat seinen "eigenen Kopf" und verhält sich gar nicht so, wie der Junge will.

Zurück in die Freiheit, oder zumindest fast

Schließlich muss sich Nick eingestehen, dass er mit dem Wildtier überfordert ist. Schweren Herzens entschließt er sich, Boris in einen kleinen Zoo zu bringen. Hier hat der Fuchs viel Auslauf und wird nicht von streitsüchtigen Hunden verfolgt. Nick ist nun um eine Erfahrung reicher: Die Freundschaft zwischen Mensch und Tier, das weiß er nun, lässt sich ebenso wenig erzwingen wie die Zuneigung zwischen Menschen oder auch Tieren untereinander.


4