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Fortsetzung folgt! Aufholjagd im Eiskanal – Anna muss schneller werden

Es sieht nicht gut aus für Anna. Die Dreizehnjährige möchte sich für die Deutsche Rodelmeisterschaft qualifizieren. Aber sie hat sich an der Hüfte verletzt. Das bedeutet drei Wochen Trainingsstopp. Jetzt sind alle anderen schneller als sie. Hat Anna noch eine Chance, den Rückstand aufzuholen?

Von: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Guido Holz

Stand: 09.12.2011

Ein kleiner Ausrutscher, große Folgen: Ende November 2009 gleitet Anna-Sophie auf einer Eisplatte aus, schlägt mit den Hüften gegen die Kufen ihres Rennschlittens. Die 13-Jährige ist hart im Nehmen. Als Mitglied des Rodelkaders am Sportgymnasium Oberhof in Thüringen darf sie nicht zimperlich sein. Schließlich donnert sie regelmäßig mit 90 Sachen durch den brettharten Eiskanal. Auf ein paar blaue Flecken mehr kommt es nicht an, kleinere Blessuren gehören einfach dazu. Aber diesmal ist alles anders. Die Hüfte tut anhaltend weh, Annas Schmerzen klingen nicht ab.

Auch Uwe Lehmann, Annas Rodeltrainer ist alarmiert. Er ist nicht nur für sportliche Höchstleistungen, sondern auch für die Gesundheit seiner Schützlinge verantwortlich. Lehmann geht auf Nummer sicher und verordnet einen Trainingsstopp. Bis klar ist, wie schwer die Verletzung wiegt, darf Anna nicht mehr auf den Schlitten.

Für die Nachwuchsrodlerin ist die Zwangspause eine Katastrophe. Anna muss einfach trainieren. Sie will Mitte Dezember beim Rennen um den Rennsteigpokal mitfahren, um sich für die Deutsche Meisterschaft einen Startplatz zu sichern. Dazu muss sie beim Qualifikationsrennen unter den drei schnellsten Rodlerinnen sein. Wenn sie jetzt nicht jeden Tag an ihrer Technik arbeiten und die Muskulatur aufbauen kann, zieht die Konkurrenz an ihr vorbei. Dann ist es aus mit dem Meisterschaftstraum.

Aber fürs Erste ist nichts zu machen. Trainer Lehmann geht kein Risiko ein. Er lässt Anna zwar am Krafttraining teilnehmen, achtet aber streng darauf, dass sie ihre Beine und die Hüfte nicht belastet. Um die Zeit bestmöglich zu nutzen, konzentriert sich Anna auf ihre Nackenmuskeln. Wenn sie mit bis zu 90 Stundenkilometern durch den Eiskanal rast, muss ihr Nacken stark genug sein, um die enormen Fliehkräfte auszugleichen. Sonst kann sie den Kopf nicht heben und jagt blind in die Kurven.

Während ihre Konkurrentinnen zusätzlich in der Eisbahn trainieren und immer besser werden, sitzt Anna untätig im Monitorraum beim Zieleinlauf. Bis zum Rennen um den Rennsteigpokal bleiben noch zwei Wochen. Mit jedem Tag baut sie Muskelmasse ab, verliert Kraft und den Anschluss auf das Leistungsniveau der anderen Rodlerinnen.

Da ihr Trainer hart bleibt, hat Anna nur noch eine Chance: Der Radiologe Dr. Ulrich Siering soll klären, ob sie das Training wieder aufnehmen kann oder die Meisterschaft für dieses Jahr endgültig begraben muss. Vor dem Untersuchungstermin ist Anna extrem angespannt: "Würde der Arzt was finden, wäre es bestimmt vorbei". Doch Anna hat Glück im Unglück. Die Bilder des Magnetresonanztomographen geben grünes Licht. Annas Hüftgelenk ist nicht beschädigt, sie kann ab sofort wieder in den Eiskanal und ohne Einschränkungen trainieren. Jetzt wird sich zeigen, ob sie genügend Willenskraft und Ausdauer hat, um den Rückstand aufzuholen.


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